Sieben Stunden fast ohne Uhr

Die Tage ohne meine Kinder haben mal wieder viel zu lange gedauert. Jetzt sind sie wieder bei mir, und ich habe die Möglichkeit, meinen Dreijährigen für zwei Tage aus der Kita zu nehmen um – ich weiß garnicht, wann ich das letzte Mal sowas machen konnte  – viiiiel Zeit mit ihm alleine zu verbringen.

Morgen hat uns leider schon die Kinderärztin einbestellt, die dem Bericht der Logopädin nicht traut und uns keine weitere Überweisung ausstellen wird, wenn sie sich nicht höchstpersönlich davon überzeugt hat, dass wir immer noch nicht aus Spaß zur Logopädie gehen, sondern um aus Worten wie „dei“ „gün“ und „gute Nat“ welche zu machen, die später auch mal buchstabierbar und in Rechtschreibung überführbar sind. Mit der Logopädie angefangen haben wir kurz nach einem Familienurlaub im Frühjahr, in dem sich alle prächtig darüber amüsiert haben, dass der damals auch schon Dreijährige zum „Plut“ gehen wollte. Übersetzen konnten ihn damals nur ich und sein Bruder; und dass mein kleiner Sohn inzwischen gerne mal wieder an den „Fluss“ fahren möchte, ist den Zauberdingen zu verdanken, die unsere Logopädin seitdem hinter verschlossenen Türen mit ihm angestellt hat.

Heute hatten wir aber einfach mal Zeit.

Wir haben im Wald Hallimaschnester entdeckt und für einen Pilzspaziergang mit Opa am Wochenende vorgemerkt.

Wir haben untersucht, ob unter einem frisch aufgeworfenen Maulwurfshügel auch wirklich ein Maulwurfsgang endet. Da war aber keiner. Wahrscheinlich hat er wieder zugemacht („tugemat“) und ist umgezogen, meint mein Dreijähriger dazu.

Wir haben die allerschönsten Blätter gesammelt, mit denen wir vielleicht morgen noch die Fenster der Kinderzimmer bedrucken können. Das zu machen – mit Wasserfarben – ist es ein ziemlich guter Trick, um wirklich vor der Adventszeit nochmal Fenster zu putzen. Anders würde ich das nie schaffen.

Wir haben Schokoaufstrich eingekauft, ohne den bei uns sowas wie eine Hungersnot ausbrechen würde (das gleiche gilt für Bananensaft, Mischbrot, Gurke und Kräuterquark, aber die waren zum Glück nicht aus Versehen alle geworden), und haben zu Hause das unvermeidliche Quengelbrötchen aus dem Supermarkt ganz dick mit der „neuen“ Schokolade bestrichen.

Als ich wegen dem Opa-Besuch auch ein kleines bisschen überall putzen musste, war ich so entspannt, dass der Dreijährige die ganze Küche fast alleine wischen durfte.

Und als er sein Nagelspiel herbeischleppte, haben wir auf der Kork-Unterlage ein Bild von mir und ihm und seinem Bruder aus bunten Holzplättchen zusammengenagelt. (Bilder einfach zu malen wäre ja nicht halb so cool, weil keine Werkzeuge im Spiel sind!) Der Dreijährige auf dem Bild hat große blaue Haare und eine Krone in seiner Lieblingsfarbe gelb auf den Kopf.

Dann wurde es Nachmittag… und ich musste wieder anfangen zu drängeln – um genau in der Viertelstunde in der Schule meines Siebenjährigen anzukommen, in der die Kinder abgeholt werden dürfen und müssen, die nicht in den Späthort gehen.

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