Ein ganzer Monat! (Ausflug auf die Metaebene)

Meine Arbeit möchte mich gerade rund um die Uhr auf Trab halten… ich nutze den kinderlosen Tag, um im Büro zu bleiben, bis es draußen finster und gefühlt schon Nacht ist. Unglaublich: der Fleiß wird belohnt, die heutige Weichenstörung am Südkreuz arbeitet für mich, die Bahn wird umgeleitet, ich muss nicht umsteigen.

Zu Hause erwartet mich noch eine Gänsekeule vom Wochenende, die fettige Bratenpfanne, eine letzte, halbleere Rotweinflasche und ein bisschen Unordnung vom gemeinsamen Kochen und Essen mit Freunden und Kindern.

Inzwischen schreibe ich seit genau einem Monat hier… ein kleines bisschen Zwischenbilanz und Metatext also:

Ich hatte Spaß am Schreiben in den letzten Wochen – viel mehr als gedacht. Kurze Texte sind gerade das, was ich zwischen Wäschekorb, Einkaufsliste, Ausgehen und herbstlichen Infekten hinkriege… und das Stückchen Distanz zum Alltag mit seinen Kümmernissen und Ärgernissen, das ich allein dadurch bekomme, dass ich über das eine oder andere schreibe (und deshalb: gründlicher nachdenke) ist sogar manchmal ganz hilfreich. Obwohl es Freunde gibt, die neuerdings abwinken, wenn ich was erzähle – hab ich doch schon gelesen, sagen sie…

Gleichzeitig merke ich, dass „wordpress“  gerne zeitintensiv werden möchte – ich entdecke, wie spannend es ist, andere Blogs zu lesen, in denen ich meinen ähnelnde oder ganz andere Erfahrungen beschrieben finde, anregende Gedanken und Alltagskram. Und dazu all die technischen Aspekte: wie schaffe ich mir eine Blogroll? Wie in aller Welt kriege ich das potthässliche Bildchen weg, das immer angezeigt wird, wenn ich irgendwo einen Kommentar hinterlasse? – Da liegen noch lange Abende vor mir.

Ich freue mich mächtig über die Ermutigung, die ich online und offline bekommen habe – bekommen habe, obwohl ich selber noch nach dem roten oder dem blauen oder gelben Faden für meine Texte suche, oder nach der richtigen Verbindung der verschiedenen Fäden. Vielleicht würde ich meinen Blog „in between“ nennen, wenn ich ihn jetzt anfangen würde – „du bist so in between“ hat mal jemand über mich gesagt. Was er meinte (eigentlich ist es schon frech, solche Aussagen über andere zu treffen…), war zwar, dass ich seinen Vorstellungen von einer interessanten Frau nur zum Teil entspreche – aber trotzdem hat er damit auf den Punkt gebracht, wie ich mich fühle, wenn ich zwischen meinem Leben mit den Kindern, meiner Arbeit und meiner Zeit alleine hin- und herspringe.

Erst einmal möchte ich jedenfalls weiterschreiben. Setze mir selber eine Frist von einem Jahr… Und vielleicht habe ich dann ja andere Schreibideen.

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2 Gedanken zu „Ein ganzer Monat! (Ausflug auf die Metaebene)

  1. wildgans

    Das hört sich gut an.
    Noch eine kleine Erfahrung, die mir immer wieder leicht bitter aufstieß: dass meine engsten Freundinnen sich weigerten, in meinem Blog zu lesen oder sich schlicht nicht dafür interessieren…anders herum: wenn meine Schwester oder eine dieser Frauen ein Blog hätte, wäre ich die Leserin Madame Intensivst….
    Gruß von Sonja

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