Und ein Anfang

Auf einmal hat die Stadt wieder Farben. Blauer Morgenhimmel, rote Dächer, rotes Geländer an der S-Bahn-Brücke. Jeder lächelt heute zurück, die Lichtschrankentüren öffnen sich weit, wenn ich komme. Der Tag leuchtet, oder er wirft das Leuchten meiner Augen zurück. Ein Hauch von März weht durch die Straßen. Von meiner Erkältung merke ich auch nichts mehr. Was mir fehlte, war einfach; war nichts, was in apothekenüblichen Vitaminpräparaten enthalten ist.

Jemand hat mich angesehen. Jemand hat mich berührt, in seine Arme gezogen und gewärmt. Ich möchte es „Anfang“ nennen.

„Anfang“ zu sagen ist keine Garantie, für nichts. Egal was später passiert, sagt er, so wie heute werden wir einander nie mehr entdecken. Und was später passieren wird, ist tatsächlich nicht wichtig, nicht jetzt. Ich weiß, was „Hier“ und „Heute“ bedeuten.

„Hier“ und „Heute“ sind groß genug dafür, dass ich lächelnd in der S-Bahn sitze, in meiner ganz privaten Seifenblase voll Glück. Dass ich im Büro trotz überschrittener Deadlines und komplizierter Abstimmungsschlaufen mit allen scherze. Dass den ganzen Tag über Musik spielt, nur für mich.

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