A hard week´s Friday

Diese Woche habe ich mal wieder den Preis für die verpeilteste Kita-Mutter bekommen… Nicht nur, dass der Dreijährige keine Wechselsachen mehr im Kita-Wechselsachenbeutel hatte – und das schon seit drei Tagen – nein: alle anderen Mütter hatten anscheinend den kommenden Schneefall gespürt (oder wenigstens Wetterbericht gehört) und hatten ihre Kinder schon mehrere Stunden vor dem Fall der ersten Flocke mit Schneehosen ausgestattet. Ich nicht. Jeans bei Schnee, sagt die Erzieherin am Nachmittag kopfschüttelnd zu mir, das geht ja garnicht. Da ich vor lauter Selbstkritik an der Stelle schon beinahe im Boden versunken war, habe ich dann natürlich den Helm des Dreijährigen auf dem Regal nicht mehr gesehen und ihn OHNE HELM auf dem Laufrad nach Hause fahren lassen. Schäm.

Dabei war der Heimweg – gestern war das – recht entspannt, weil wir nur den Kita-Rucksack und den Schulranzen und das Laufrad und meine Tasche dabeihatten und einen klitzekleinen Einkaufsbeutel mit Bananensaft (hatte ich ja schon erwähnt, dass der bei uns nicht alle werden darf…). Mittwoch hatten wir zusätzlich noch fünf Bund Nordmanntanne und ein Bund Seidenkiefer, und der Einkaufsbeutel was auch ein bisschen größer, weil nicht nur Brot und Milch alle gewesen waren, sondern weil wir mittwochs, wenn ich meine Jungs nach ihren Papa-Tagen abhole, immer erst mal unserem Obst- und Gemüsehändler einen Besuch abstatten und alles kaufen, worauf wir Lust haben (außer den kleinen Trinkpäckchen, auf die meine Kinder die allergrößte Lust haben).

Anscheinend ist das sowieso eine meiner ebenso schlechten wie schwer abzulegenden Angewohnheiten, immer viel zu viel mit mir herumzuschleppen. Dienstag – ohne Kinder – war es auch nicht besser. Ich hatte außer der „Grundausstattung“ (Portemonnaie, Handy, Schlüsselbund, mehrere leere Einkaufsbeutel, mein aktuelles Buch für die S-Bahn, zwei Hand voll Handtaschenbodensatz aus halbvollen Taschentücherpäckchen, Tampons und alten Kassenzetteln) noch folgendes dabei, als ich morgens das Haus verlassen habe: 1 Set Steinbohrer, 1 Teddy-Tatze-Adventskalender, 1 Paar Tanzschuhe, 1 Buch mit leeren Seiten für Notizen, 1 Apfel, 1 To-Do-Liste, 1 praktischen nichtknitternden Tanzrock, 1 Wasserwaage, 2 Feinstrumpfhosen, 1 Dose Plätzchen, 1 Paar Ersatzsocken, 1 halbleere Flasche Cola, 1 SD-Karte, 1 Stift. Und den überquellenden Papiermüll.

Inzwischen häuft sich der Müll aus den verschiedenen Eimern unter der Spüle schon wieder. Die Knitter in der Bügelwäsche zeigen anklagend auf mich, wie ich hier sitze und schreibe, und mit den zwei Nachbarsjungen, die heute bei uns gespielt haben, ist eine Flutwelle aus Autos, Legosteinen, Puzzleteilen und Tieren aus dem Spielzoo unaufhaltsam durch die Wohnung geschwappt  – der Pegelstand scheint bisher leider nicht von selber wieder sinken zu wollen.

Auch meine Arbeit versinkt im Chaos – Tage, an denen die Mails schneller reinkommen, als ich sie lesen kann, sind meistens etwas weniger entspannt, und davon gab es in dieser Woche vier (und wenn ich Montag nicht Weihnachtsgeschenke-Kauf-Urlaub gehabt hätte, wären es fünf gewesen). Der Scrollbalken an meinem dienstlichen Posteingangsordner ist kaum noch mit der Maus anzuklicken, so mikroskopisch klein ist er geworden. Und wenn meine private To-Do-Liste einen Scrollbalken hätte, wäre es auch nicht besser, da hat es auch nicht so recht geholfen, jemanden kennenzulernen, mit dem ich gerne mal abends ein paar Minuten oder Stunden lang telefoniere.

Ganz neu on top stehen auf der Liste die Punkte „Schneeanzug für den Siebenjährigen besorgen, weil alle anderen Siebenjährigen wider Erwarten doch noch Schneeanzüge tragen und das cool finden und weil die Schneehose verschwunden ist, von der ich dachte, dass sie da wäre“ und „einen Schlitten kaufen, weil wir letzten Winter unseren Schlitten verbummelt (!) haben“.

Hatte ich erwähnt, dass ich den Preis für die verpeilteste Mutter der Woche sehr, sehr locker und mit weitem Abstand gewinne?

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