Die große Adventifizierung (Teil II)

Dieselbe Woche: Meine Jungs kommen von ihrem Papa zurück, und wir machen es uns schön. Der Beutelchen-Adventskalender ist am Montag gerade noch rechtzeitig fertig geworden. Ein Schokoladen-Adventskalender hängt im Flur. Wir kommen heim und bewundern die Kalender und machen unsere Adventspost auf, in der noch mehr Adventskalender sind, einer mit Geschichten und einer zum ein-Teelicht-reinstellen, das dann durch die schon geöffneten Türchen strahlt.

Und dann schmücken wir gemeinsam die Wohnung. Wie jedes Jahr kommt ein Strauß ins Zimmer des Dreijährigen und wird mit den gelben Sternen geschmückt, die der Siebenjährige vor einigen Jahren schon gebastelt hat, weil gelb nun mal die Lieblingsfarbe des Dreijährigen ist. Wie jedes Jahr kommt ein Strauß ins Zimmer des Siebenjährigen und wird mit den grünen Sternen aus Glas geschmückt, die ich mal ganz billig irgendwo gekauft habe. Wie jedes Jahr kommt ein Strauß mit meinen allerliebsten Papiersternen in den Flur aufs Schränkchen, auf dem bis zum Jahresende kein Kram mehr herumliegen darf. Wie jedes Jahr kommt in die Küche ein Strauß mit den Sternen aus weißen und braunen Perlen und in das große Zimmer ein Strauß aus Kiefer mit den kleinen Drahtringen, auf die Fröbelsterne und Perlen gefädelt sind.

Wie jedes Jahr kommen an die Küchenlampe die beiden Weihnachtswichtel und an die Lampe beim Siebenjährigen die Tannenbäume aus Papier mit den vergoldeten Kiefernzapfen und an die Lampe beim Dreijährigen die roten „Verdrehsterne“.

Wie jedes Jahr gelingt es mir gerade noch einmal, den alten Herrenhuter Stern aus seinen beinahe unzähligen und an manchen Stellen schon zerrissenen Papierzacken zusammenzusetzen; und zum Glück ist die alte 20-Watt-Glühlampe, die noch nichts von Energiesparen weiß, immer noch nicht kaputtgegangen.

Wie jedes Jahr mache ich den gekauften Adventskranz schön und stecke Kerzen drauf, dieses Jahr sind sie golden, das hat der Siebenjährige ausgesucht, der gerade in einer Glitzerphase zu stecken scheint.

Und wie jedes Jahr werde ich in alle Fenster Sterne aus Transparentpapier kleben. Wenn ich demnächst Zeit habe.

Auf dem Tisch stehen Plätzchen; der Siebenjährige darf das Teelicht in seinem Durchleuchte-Adventskalender selber anzünden, sogar schon zum Frühstück, nachdem er und sein Bruder als erstes, als allererstes, nachgesehen haben, was heute in ihrem Adventsbeutelchen und in ihrem Schokoladenadventskalender steckt. Und am Abend singen wir, zusammengekuschelt im Bett des Dreijährigen, von der Weihnachtsbäckerei und sogar das alte, alte „Hoch tut Euch auf“ – natürlich singe ich das alleine, weil die Kinder es nicht kennen – das meine Mutter so gerne gesungen hat.

To-Do-Listen hin und Scrollbalken her… wir mögen diese Zeit. Es weihnachtet. Ein bisschen.

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