Besser als erwartet. Und: Sternenstaub für 12 Monate

Habe ich noch nie richtig hingesehen, oder hat es zwischen dem letzten und diesem Silvester eine Weiterentwicklung bei den Raketen und Böllern gegeben? Ich stehe in der Silvesternacht am Fenster und kann mich nicht sattsehen am Feuerwerk. Bevor die bunten Kaskaden verglühen, strahlt jeder einzelne Lichtpunkt noch einmal auf, leuchtend silbrige Wolken wie aus Sternenstaub schweben für einen Moment über der Stadt, immer wieder.

Das alte Jahr lasse ich gerne gehen. Genau hier, an demselben Fenster, vor dem jetzt die Böller krachen, habe ich es angefangen, ohne viel Schönes zu erwarten: Ein paar Familientermine, eine vage geplante Mutter-Kind-Kur, aber vor allem: den Abschied von einem Menschen, der mir damals viel bedeute. Manches kam wie erwartet. Oder war schlimmer. Die Kur ist auf der Try-Again-Liste für 2013 gelandet, ganz oben. Ansonsten hat 2012 sich Mühe gegeben, mich zu beschenken: Mit Musik und mit Büchern. Mit dem schönen Gefühl, mit meinen zunehmend selbständigen Söhnen mehr unternehmen zu können. Mit ein paar Anfängerstunden Tango Argentino. Lauen Abenden am Glienicker See. Mit Pilzen und Beeren in der Uckermark. Mit der Freude am Schreiben. Mit Lachen und Zärtlichkeit. Postkarten und Fotos. Mit der Liebe meiner Kinder. Mit Freundschaften und der Wärme meiner Familie.

Das neue Jahr fange ich in Frieden an. Mein Leben wird weitergehen, wie es ist, keine großen Veränderungen zu erwarten. Ich freue mich auf die bevorstehenden Geburtstage meiner Kinder; auf Konzerte, die ich besuchen, auf Filme, die ich sehen, auf Freunde, mit denen ich Zeit verbringen werde. Mag es meinetwegen ein Jahr der kleinen Dinge werden. Ein Jahr, in dem ich meinen Kindern ein Gegenüber bin und den Menschen, die mir wichtig sind. Ein Jahr, in dem ich meine Arbeit weiter tue. Ein Jahr, in dem die Auszeiten von Arbeit und Kindern mich glücklich machen, ohne dass mein Glück allein von ihnen abhängt.

Vielleicht ist ja ein wenig Sternenstaub liegengeblieben heute Nacht. Vielleicht seh ich ihn ja manchmal glitzern, in den banalen und in den besonderen Momenten in diesem kommenden Jahr.

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