Winter, die fünfte. Und… Action!

Zwischen unserem kleinen Genesungsspaziergang zum Briefkasten um die Ecke und dem Moment, in dem ich am Samstagabend die Gardinen zuziehen wollte, ist die Jahreszeit nochmal zurückgesprungen. Warum gab es all den herrlichen Schnee nicht vor drei Monaten, als wir uns dafür wirklich hätten begeistern können? Ich spreche meinen Text, aber fröhlich klingt es nicht: Oh, kommt mal her, Kinder. Guckt mal… der ganze Hinterhof ist voll Schnee.

Auch meine Söhne halten nichts mehr vom Winter. Am nächsten Tag – als unser Genesungsspaziergang eigentlich schon ein bisschen länger hätte ausfallen können – wollen sie nichts weiter als möglichst schnell wieder ins Warme. Während um uns herum andere Kinder ihre Schlitten in Richtung Rodelpiste ziehen, jammert der Vierjährige über die Schneeflöckchen, die der Wind ihm ins Gesicht bläst. Und der Achtjährige über seine eiskalten Hände, kaum, dass wir mit der Schneeballschlacht richtig angefangen haben. Also gehen wir nach Hause und gucken den Osterglocken in der Vase beim Aufblühen zu.

Am Montagmorgen zerre ich den Schlitten mit dem Vierjährigen resigniert über die vielen Varianten dessen, was Berliner Hausbesitzer unter einem geräumten Gehweg verstehen. Auf dem Rückweg von der Kita treffe ich die Besitzerin unseres Kiezcafés, die – genauso resigniert – Schnee und Eis von ihrem mit bunten Tassen bedruckten Auto abkratzt. Die runden Tische vor ihrem Café tragen fünfzehn Zentimeter hohe makellose weiße Baiserhauben. Ja: Das sieht wunderschön aus. Ok. Jetzt habe ich es zugegeben. Können wir den Schnee dann jetzt wieder wegtauen und mit dem Frühling weitermachen, bittedanke?

Aber irgendeine Szene scheint noch nicht wunschgemäß im Kasten zu sein.   

An der Berliner S-Bahn liegt das jedenfalls nicht, da sitzt der Text. „Sehr geehrte Fahrgäste, der Zugverkehr ist derzeit leider unregelmäßig. Der Grund dafür ist eine Weichenstörung. Wir bitten um Entschuldigung.“ Oder, etwas direkter, wie man in Neukölln eben direkt ist: „Wegen Witterungsbedingungen ist der Zugverkehr SEHR UNREGELMÄSSIG! In den eingefahrenen Zug bitte NICHT EINSTEIGEN! Weiterfahrt in 15 bis 20 Minuten!“

Die Kindergartengruppe auf Ausflug drängt sich unter dem Bahnsteigdach zusammen, eine bunte Wolke aus warmen Mützen. Die Erwachsenen ducken sich in ihre Mäntel, treten geduldig von einem eiskalten Fuß auf den anderen. Hoffen, dass die Bahn noch kommt. Und die Witterungsbedingungen vorbeigehen.

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4 Gedanken zu „Winter, die fünfte. Und… Action!

  1. MeinWald

    Ihr Armen! Bei uns sagt sich der Schnee auch noch mal an, bisher sind wir davon verschont geblieben. Dieses Jahr reicht es wirklich.
    Ich wünsche Euch ganz viele kräftige Antikörperchen und wärmende Sonnenstrahlen!

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  2. wildganss

    Der MeinWald-Bea schließ ich mich an!!
    Der Schnee im Garten sieht schön aus und kotzt mich trotzdem an, denn ES LANGT, es reicht, genug damit….
    Ihr seid hoffentlich alle wieder gesund und gut drauf- man braucht das doch!! Besonders die Kinder, nicht wahr!

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