Gesehen, gelesen, gehört – und gespielt… im März

Radio…  Ein weiterer Quantensprung: Plötzlich schreien meine Söhne nicht mehr bei jeder guten Musik, dass ich den Krach sofort ausmachen soll. Also schalte ich wieder häufiger das Radio ein. Eine Zeitlang habe ich vor allem Funkhaus Europa gehört. Weil da jede Menge internationaler Musik zu hören ist und eine schöne Salsa mich tatsächlich schon vor sieben Uhr fröhlich machen kann. Jetzt gerade steht die Sendereinstellung auf Radio Eins. Nicht wegen der Quotenwoche, die ist eh vorbei. Sondern weil es jetzt gerade ihre Musik ist, die mir (und meinen Söhnen) gefällt. Eben doch nicht nur für Erwachsene.

Als eines Nachmittags die Nachbarsjungs zum Spielen eingeladen waren, brachte ihre Mutter die Buddel Company mit. Ein Spiel ab ca. fünf Jahren, bei dem Maulwurfsfiguren in fünf Farben jeweils paarweise so zusammengeklebt sind, dass es jede mögliche Kombination der fünf Farben genau einmal gibt. Dazu ein Spielbrett bzw. eine Spielwiese, in die man die Figuren so stecken kann, dass immer nur einer der zusammengeklebten Maulwürfe – also nur eine Farbe – zu sehen ist. Aufgabenkärtchen zeigen, wie viele Maulwürfe bestimmter Farben sichtbar sein sollen, nachdem man genau drei Figuren umgedreht hat. Das klingt kompliziert, ist es aber nicht. Und was soll ich sagen? Nachdem der Vierjährige und sein fünfjähriger Freund die Lust verloren hatten, saßen meine Nachbarin und ich mit meinem älteren Sohn noch lange um das Spielbrett herum und drehten Maulwürfe. Mit großem Vergnügen.

Diverse Bücher, in den letzten Wochen eine chaotische Mischung aus Leihgaben und Zufallsfunden: Kinky Friedman (ja, ich verstehe, warum der gelegentlich als Sexist bezeichnet wird); Jasper Ffordes „The Last Dragonslayer“ (wenn man Jasper Fforde mag, wird man auch von diesem Buch nicht enttäuscht, sein Humor ist unverkennbar und seine verrückten Ideen sind unerschöpflich); Margit Schreiner „Mein erster Neger“ (habe nur wenige ihrer kurzen Geschichten mit mäßigem Genuss gelesen und das Buch dann absichtlich in der S-Bahn liegenlassen); Laurence Gonzales „Lucy“ (die Geschichte eines Mädchens, das halb Bonobo und halb Mensch ist und nach seinem Aufwachsen im Dschungel mit Amerika konfrontiert wird… das war spannend). Der Lesestapel für April ist schon wieder hoch. Mal sehen…

Kleine Liebeserklärung an Sven Nordquist – beziehungsweise den alten kauzigen Petterson aus seinen Pettersson-und-Findus-Büchern: Die Hörfassung von einigen dieser Geschichten haben wir in den letzten Tagen – leicht verstaubt – aus dem Regal gekramt. Ach, sie sind sooo schön! Wenn Pettersson schlechte Laune hat und sagt: „Ich muss den Kartoffelacker umgraben, aber ich habe keine Lust, den Kartoffelacker umzugraben!“; wenn er sich den ganzen Tag selbst leid tun möchte und es am liebsten hätte, dass Findus ganz leise spielt und ganz weit weg – dann spreche ich so inbrünstig mit, dass meine Kinder lachen. Es tut gut, dieses Lachen, vielleicht hilft es ihnen ein bisschen, damit umzugehen, dass ich mich dann und wann ganz genauso fühle wie der alte Pettersson. Und wenn Findus es abstreitet, das Mehl gegessen, ein Loch in den Reifen gebissen oder den Schlüssel verschlumpert zu haben, und wenn Pettersson antwortet „Dann muss ich es wohl selber getan haben“ – dann hoffe ich sehr, dass mir diese Antwort einfällt, bevor ich das nächste Mal mit meinen Kindern über etwas streite, über das sich Streit eigentlich nicht lohnt.

So, ausgelesen: „Der Wolkenatlas“ von David Mitchell hat mich ein paar Wochen beschäftigt. Habe gestaunt und gelacht und den Atem angehalten… das Buch auch ab und zu zur Seite gelegt, weil die Zukunft, die der Autor entwirft, auch ein bisschen beklemmend ist – und habe mir nicht vorstellen können, dass der Film, den ich in den Kinos dann doch verpasst habe, diesem Buch gerecht werden kann. Geschrieben ist es wunderbar.

Meine Osterpostkarte in diesem Jahr: Ein Hase liegt schlafend auf einem Vorrat riesiger Möhren, jede so groß wie er selbst. Seelig lächelnd liegt er da, Löcher in den grünen Socken, eingehüllt in einen Mantel, denn vor dem geöffneten Fenster schneit es. „Hasentraum“. Gemalt von Katharina Busshoff. Wegen der Karte (ich hab die letzte erwischt, ha!) musste ich dann doch nochmal in die Buchhandlung zurück…

Advertisements

Ein Gedanke zu „Gesehen, gelesen, gehört – und gespielt… im März

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s