Zurück und in Feierlaune

Während wir fort waren, hat der Herbst zu leuchten begonnen. Bäume, die bei unserer Ankunft in der Uckermark unscheinbar spätsommergrün waren, haben sich in Rot- und Goldtönen verfärbt. Jeden Tag hätte ich den Blick aus dem Fenster unseres kleinen Häuschens fotografieren sollen, um dem Herbst im Nachhinein bei seiner Arbeit über die Schulter sehen zu können. Zu spät.

Wir sind zurück. Stelle in der S-Bahn bei der Prenzelberg-Durchfahrt fest, dass ich die enormen Hornbrillen, die Fönponnies und die Blumenprintröcke nicht vermisst habe. Aber die junge Frau, die uns gegenübersitzt und hingebungsvoll mit Rougepinsel, Wimperntusche und leuchtendrosa Lippgloss an ihrem Gesicht arbeitet, ist cool genug, um dem Vierjährigen zuzulächeln, der ihr gebannt zuschaut. Und der Mann daneben, dessen schwarze Klamotten auf die gerade richtige Weise schabbelig aussehen, lächelt auch.

Wir sind zurück. Der Vater meiner Kinder kommt zum Kaffee, das habe ich mir gewünscht, weil ich den Kindern – und mir – den Übergang zur „Papazeit“ leichter machen möchte. Er sitzt am Tisch und beginnt gleich von den Zahnschmerzen zu erzählen, die ihn vor einigen Tagen geplagt haben. Vielleicht liegt es an der kleinen Familienberatung, die wir vor kurzem angefangen haben, dass ich mich nicht über sein mangelndes Interesse an den Erlebnissen der Kinder beklage, sondern ein verständnisvolles „HmHm“ aus mir herauspresse, tief durchatme und dann vorsichtig anfange, von unserem wunderbaren Urlaub zu berichten. Die Kinder fallen ein, die Situation ist gerettet.

Zurück: Im Flur steht das Gepäck. Schmutzige Wäsche. Gläser mit eingesalzenen Pilzen und Heidelbeer-Preiselbeer-Marmelade. Waldgeschichten (die noch geschrieben werden wollen). In blutigen Selbstversuchen gesammelte Erfahrungen mit dem Entfernen steckengebliebener Zeckenköpfe. Dankbarkeit gegenüber den beiden Freundinnen, die im letzten und in diesem Jahr mit uns gereist sind und durch diese Urlaube noch mehr „ein Teil der Familie“ geworden sind. Und das Gefühl, dass meine Söhne und ich vielleicht einen Ort gefunden haben, an den wir in den nächsten Jahren immer wieder zurückkehren möchten, ein bisschen Heimat.

Zurückkommen heißt in diesem Fall aber noch mehr – nämlich einen Jahrestag zu begehen. Vor einem Jahr habe ich mit dem Bloggen angefangen. Hurra! Jetzt habe ich tatsächlich ein ganzes Jahr lang geschrieben. Und weil meine Freude am Schreiben allein nicht ausgereicht hätte, um so lange durchzuhalten: Ein großes Danke an alle, die mich durch ihre Rückmeldungen und Likes und Follows und Links immer wieder zum Weitermachen motiviert haben!

Und… weil ich bei einer Blog-Verlosung bei der Tauschlade vor einiger Zeit zum ersten Mal in meinem Leben etwas gewonnen und mich darüber so sehr gefreut habe, will ich jetzt auch ein bisschen Freude weitergeben: Wer hier bis zum 26.10. einen Kommentar hinterlässt, kann anlässlich meines Blog-Geburtstages eine von drei kleinen Postkartenzusammenstellungen – „Berlin“, „Einfach schön“ oder „Zum Lachen an schlechten Tagen“ – gewinnen.

Und dann schreibe ich weiter. Ja, ich denke schon.

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13 Gedanken zu „Zurück und in Feierlaune

    1. Greta Autor

      Liebe Cloudette, Du hast bei meiner Verlosung ein paar Postkarten gewonnen! Wenn Du magst, dann schreib mir doch per Mail Deine Adresse – und ich bringe sie auf den Weg! Liebe Grüße Greta

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      1. cloudette

        Aaaah! Ja! Wollte ich schon machen, hatte es gelesen und mich gefreut. Weil ich sonst NIE etwas gewinne. (Rutschte dann aber nicht vom Hirn in die Tat. Aber jetzt gleich, moment).

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  1. wildganss

    Hab ich mir doch gedacht, dass Ihr es Euch schön macht und gemacht habt!!
    Das mit den Zahnschmerzen ist voll Mann-typisch….
    Gut ist, dass die Kinder ALLES mitkriegen…(wie verschieden Frau und Mann das Leben leben, und sich zu ihnen in Beziehung befinden…)
    Gruß von Sonja

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  2. Susanne Haun

    Alles Gute zu deinem Blog-Geburtstag, Greta!
    Ein schöner Bericht und ich finde dieses wöchentlich Austauschtreffen mit dem Vater deiner Kinder gut, ich habe damit ja gute Erfahrungen gemacht.
    Ich freue mich auf Montag, einen schönen Sonntag von Susanne

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  3. Anne

    Ich habe, krank im Bett liegend, gestern dein Blog gefunden und mich durchs ganze Jahr gelesen. Familienblogs gibt es ja mittlerweile viele, aber wenn eine in so wunderbar feinsinnigen und teilweise poetischen Worten Alltag beschreiben kann, ist es eine besondere Freude, daran teilhaben zu dürfen. Mehr davon!!

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