Vom Alleinsein

Alles, was ich heute tun könnte – Weihnachtsgeschenke einkaufen, um das Heimkommen in meine leere Wohnung hinauszuzögern, später, zu Hause, ein Bad mit Granatapfelduft nehmen, mir Tee kochen, nur die Anrufbeantworter meiner Freundinnen erreichen, die Adventspost doch nicht erledigen, den Wäschekorb leeren, einen sinnlosen Krimi schauen, endlich dieses schon so lange im Herzen bewegte Schreibprojekt beginnen, mich verzückt in einem Buch einer mir bisher unbekannten Autorin verlieren, Termine in meinen Kalender schreiben, Mails beantworten, die verlassenen Zimmer meiner Kinder aufräumen – alles, was ich heute tun könnte, wäre etwas anderes, wenn ich mit mir allein wäre statt mit der Abwesenheit von Menschen, mit denen ich so schöne Zeit verbracht habe.

Da stehen sie noch, Weingläser, leer.

Wie dringend ich das brauche, gerade heute: Ein paar liebevolle Worte, einen kleinen Gruß. Damit ich mich daran erinnere, dass wir auch verbunden sind, wenn wir einander nicht sehen; dass wir auseinandergehen können, ohne uns zu verlieren.

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15 Gedanken zu „Vom Alleinsein

  1. mickzwo

    Wenn ich etwas Schönes erlebt habe, ein Fest oder eine gute Begegnung, so etwas beflügelt mich. Es gibt mir ein Hochgefühl und sagt mir, das hast du im Sack.
    Anders ist es, wenn ein geliebter Mensch unwiederbringlich verloren ist, da wird das Herz schwer.

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    1. Greta Autor

      Das ist schon die höhere Weisheit: Sich über das Schöne freuen, statt zu bedauern, dass es vorüber ist. Wie sang Gerhard Schöne vor langer Zeit? „Vielleicht wirds nie wieder so schön…“ – vielleicht habe ich das Lied ein bisschen zu oft in einer frühen prägenden Phase gehört 😉 – für mich gibt es immer auch das Bedauern, wenn eine gute Begegnung endet.

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  2. wildgans

    So etwas kenne ich von früher – nichts hatte ich mir mehr gewünscht, als Alleinsein und Ruhe und tun was ich will – und dann???
    Ich wüsste sehr gerne, wie das Buch Deiner Verzückung heißt!?

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  3. Susanne Haun

    Hier kommen liebe Worte und eine dicke Umarmung von Susanne. Ich freue mich schon auf darauf, dass wir uns Sonntag sehen.
    Es ist schon merkwürdig, dass der Mensch sich trotz so vieler schöner Dinge, die er tun kann, so einsam fühlt.
    Liebe Grüße sendet dir Susanne

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