Rückblick

Was lässt sich über mein Jahr 2013 sagen? Garnicht so einfach, vor allem, weil ich inmitten meiner wilden ganz-engen und fröhlichen, anregenden auch-engen Familie darüber nachdenke, zwischen Bergen von Essen (Einige von uns, sagt meine ganz große Schwester, setzen Weihnachten den Schwerpunkt auf gutes Essen – was in einer von Theologen durchsetzen Familie kein wirkliches Lob ist…), Ausflügen mit meinen aufgekratzten Kindern, Spielerunden, Diskussionen über die optimale Schlafplätzeverteilung (wer-mit-wem aufs Sofa, wenn A schnarcht, B sich querlegt und C Bauchschmerzen hat), frohem abendlichen Plaudern und kleinen, ruhigen Momenten am Rande.

Aber immerhin, 2013: Zum ersten Mal auf einer Mutter-Kind-Kur gewesen und zum ersten Mal im Oderbruch. Auch zum ersten Mal: In der Notaufnahme am Herzüberwachungsgerät gehangen. Zum ersten Mal Kakerlakensalat gespielt. Durch den Botanischen Volkspark Pankow spaziert. Meinen Achtjährigen zum ersten Mal alleine S-Bahn fahren lassen, den Vierjährigen dazu gebracht, ein Stück Paprika zu kosten. Zum ersten Mal den Gedanken zugelassen, dass das Alleinleben – allein mit den Kindern – für mich vielleicht kein Übergangszustand ist, sondern dauern wird. Zum erstem Mal eine Mottenplage in der Küche gehabt. Und weggekriegt.

Was sich gut angefühlt hat: Beerensammeln im Wald. Bücher, in denen ich versunken bin. Wilde und sanfte Musik. Das Lachen meiner Kinder. Ihnen im Schlaf übers Haar zu streichen, ihre unbefangenen Fragen zu beantworten und dabei selber nachdenklich zu werden. Zeit mit Freunden, die froh und traurig und arbeitsam und faul und albern und wunderbar sein kann, weil ich weiß, dass wir miteinander sein können, wie wir sind. Die Nähe meiner Familie. Hilfe, wenn ich welche brauchte. Sonnige Tage. Ins Schneetreiben vor dem Bürofenster zu schauen. Vom Balkon aus dem Mond bei seinem Rundgang zuzusehen. Schreiben. Manchmal erst nach sieben Uhr von den Kinder geweckt zu werden.

Vieles wird in 2014 wohl einfach so weitergehen. Ein weiteres Schuljahr für meinen großen, ein weiteres Kita-Jahr für meinen kleinen Sohn, ein weiteres Jahr für mich mit Arbeit und Wechselmodell und Zeit, die ich alleine gestalten kann. Der Stress und die Müdigkeit und die vielen, vielen Momente, in denen das Leben ganz wunderbar ist.

Also her mit dem neuen Jahr!

Dass es ein gutes und frohes wird, das wünsche ich auch allen Leserinnen und Lesern hier. (Nee, sagt der Nachbar auf der Treppe entrüstet, am Silvesterabend muss man doch erst Mal einen „Guten Rutsch“ wünschen!)

Na gut: auch das, für alle, die sich heute abend noch hierher verirren.

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2 Gedanken zu „Rückblick

  1. ehrlichgesagtistdasmeinleben

    Ich mag deinen stimmungsvollen Schreibstil und das Lebensgefühl, das er vermittelt. Und Kakerlakensalat spielen wir auch gerne!
    Ich wünsche dir auch ein frohes neues Jahr, Greta!

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    Antwort

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