Das Balkongartentagebuch: Ausweitung der Anbauzone

Warme Tage und Wochenende! Was für ein glückliches Zusammentreffen.

Unter den Gefriertüten, die ich über meine Keimtöpfchen gestülpt habe, sind tatsächlich drei Sonnenblumen und jede Menge Basilikum gekeimt. Der darf in der Wärme schon mal raus ans Licht. Draußen beginnt der überwinterte Salbei zu wachsen. Die Erdbeeren treiben frische hellgrüne Blätter. Und jeder kleine Keim und jedes kleine Blatt machen mich froh.

Mein liebster Freund, der sich nicht – wie ich – vor Säge und Bohrmaschine fürchtet, baut mir aus Holzresten eine kleine Plattform, unter der ich zukünftig leere Töpfe, Tüten mit Erde und sonstigen Balkongartenbedarf unterbringen werde. So entsteht Platz für ein zweites Kistenbeet, das auf der Plattform stehen wird.

Ich nutze meinen kinderfreien Sonntag, um die Kistenbeete schon mal vorzubereiten. Im letzten Jahr hatte ich meine Beetkiste innen mit einer Plastikfolie ausgekleidet. In diesem Jahr nehme ich Pappe, weil ich den Gedanken nicht mag, dass die Folie doch anfangen könnte, sich zu zersetzen und die Erde und unseren Salat mit Schadstoffen anzureichern.

Dann Erde mischen. Ein bisschen alte, ein bisschen neue, ein bisschen aus dem Bohnentopf vom letzten Jahr – und halt: was ist eigentlich aus den drei oder vier Handvoll Obst- und Gemüseabfällen geworden, die ich im letzten Herbst in einem großen Topf mit Erde versenkt habe? Gleich mal nachsehen – siehe da: anscheinend sind sie über den Winter auch ohne Mitwirkung von Würmern verrottet. Keine Spur mehr davon – stattdessen keimen aus dem selbstfabrizierten Humus drei kleine Pflänzchen. Gurken? Melonen? Birnbäume? Kaffepflanzen gar? Ich versetze die Keimlinge sorgfältig in kleine Töpfchen und bin gespannt.

Die mit Erde befüllten Beete decke ich erst einmal ab: Zu früh für Zucchini, Rucola und Erbsen – und sowieso will ich die gemeinsam mit meinen Kindern aussäen. Aber der Sonnenschein verlockt mich, doch schon mal wenigstens ein paar Samen von Kapuzinerkresse, Winden und – noch ein Experiment – Ringelblumen in Töpfe zu stecken.

Das allerbeste ist aber der milde Abend. Auf der frisch zusammengeschraubten Plattform sitzen wir – stolz und froh, nichts wackelt oder knarrt – in der Dämmerung mit Brot, Käse und Wein und zählen Sterne.

Ich freue mich auf den Sommer. Ob der schneller kommt, wenn ich jetzt jeden Morgen eine Stunde früher aufstehe? Bestimmt.

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