Chocolate overkill

Weil wir uns in Thüringen bei verschiedenen Leuten eingeladen haben, müssen Mitbringsel her. Zu Ostern natürlich Osterkörbchen mit Schokoladenosterhasen und anderen süßen Sachen.

Ich reise also nach Thüringen, im Gepäck ein Körbchen für meine Eltern und eins für meine ganz große Schwester, bei der der Neunjährige die zweite Ferienwoche verbringen wird, und eins für die Mama einer Freundin, deren Pferd wir besuchen wollen (aber keins fürs Pferd) und eins für unsere Freunde in Kölleda. Außerdem eins für den Neunjährigen und zwei Tütchen mit kleinen Eierchen, die sich für Kinder so schön überall verstecken lassen. Ich reise mit gutem Gewissen, ich habe an alle gedacht. Und ich habe nur Süßigkeiten in die Körbchen gepackt, die ich entweder selber gern essen würde oder die die anderen mögen oder von denen die anderen irgendwann mal behauptet haben, dass sie sie gern mögen.

Wir machen unsere Besuche, die Osterkörbchen verschwinden eins nach dem anderen aus meinem Gepäck.

Und dann fahre ich zurück. Beladen mit einem Osterkörbchen von meinen Eltern für den Neunjährigen und einem für den Fünfjährigen, mit einem Osterkörbchen von meinen Eltern für mich, einem von meiner Schwester für mich, einem von meiner Schwester für den Fünfjährigen… So viel Liebe! So viel Schokolade!

Der Neunjährige hat gleich nach dem Osterfrühstück knallhart die Süßigkeiten aussortiert, die er nicht mag. Das will ich morgen für deine ganz große Schwester und ihre Tochter verstecken, hat er begeistert gesagt. Ich habe abwesend genickt, ich war mit den Gedanken nicht bei der Sache, ich habe überlegt, wo ich die Schokoladentafel loswerde, die, die ich nicht mag und von der ich bestimmt nie im Leben behauptet habe, dass ich sie mögen würde und die ich trotzdem immer wieder mit Liebe und besten Absichten geschenkt bekomme. Einfach im Zug liegenlassen?

Am Abend komme ich in Berlin an, auch der Vater meiner Kinder kommt mit dem Fünfjährigen von den anderen Großeltern zurück und bringt ihn bei mir vorbei. Im Zimmer des Fünfjährigen, unter dem Osterstrauß, stellen wir das Körbchen auf, das er von meinen Eltern bekommen hat und das von meiner ganz großen Schwester und das von mir – und als wir am Dienstag nach Ostern wieder zur Kita gehen, steht da tatsächlich noch eins für ihn in seinem Garderobenfach. Oh, hier war der Osterhase auch, sage ich bedrückt…

Und wer soll das jetzt alles aufessen?

Mitte der Woche kommt uns eins meiner kleinen Patenmädchen besuchen. Ich weiß was, schlage ich dem Fünfjährigen vor, wir können meinem kleinen Patenmädchen doch ein schönes Osterkörbchen schenken! Der Fünfjährige sucht großzügig alle Osternaschereien zusammen, die er nicht so gern mag und dazu ein paar, die er gern mag. Und sogar den kleinsten seiner vier Schokoladenhasen gibt er ab.

Na bitte. Schon ein bisschen überschaubarer.

Bloß schade, dass wir mit den Weihnachtssüßigkeiten noch garnicht fertig waren.

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