Gesehen, gelesen, gehört… im März und April

Hmmm, wie fang ich den neuen Monat an? Mit „Glück“ aus der Postkartenreihe von Tom Bäcker vielleicht? Heute habe ich aus seiner Serie eine entdeckt, die ich noch nicht kannte: „Ich will keine Winter mehr.“ Wo kann ich unterschreiben? (…und weil ich jetzt zwei Monate lang für diesen Beitrag gesammelt habe, ist diese Unterschriftenaktion nicht mehr gaaaanz aktuell, macht aber nix)

An Wolfgang Herrndorfs „Arbeit und Struktur“ habe ich mich noch nicht herangetraut. Aber „Sand“ und „Tschick“ sind mir in diesem Monat beide in die Hände gefallen. Ich lerne einen Autor kennen, von dem ich gern mehr gelesen hätte.

Im Radio schnappe ich den Namen „Frank’s Daughter“ auf. Und bin auch beim Wiederhören in der Mediathek begeistert. „Fall fully backwards“ ist die perfekte Musik für die müden Momente vor dem Schlafengehen. Nur drei Lieder scheint es derzeit von Franks Daughter zu geben. Hoffentlich werden es mehr.

Große Literatur, große Erzählkunst: Amos Oz war mir bisher nur dem Namen nach bekannt – jetzt habe ich „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ gelesen und bin beeindruckt davon, wie der Autor die Geschichte seiner Familie und seines Aufwachsens im Jerusalem der 40er Jahre erzählt – und davon, wie er zu dem geworden ist, der er ist, menschlich und schriftstellerisch.

Passt eigentlich garnicht dazu, ist aber zuverlässig lustig und entspannend: Max Golds in dem Band „Ä“ gesammelte Kolumnen.

Und eine wiedergefundene Kindheitserinnerung: Ach, sag ich zu meinem Vater, früher gab es in Deinem Bücherregal so ein Buch über Gärtnern, mit so lustigen kleinen Zeichnungen drin, Gemüse mit Gesichtern und so… Jaja, sagt mein Vater, das liegt bei mir im Garten rum. Und dann bringt er mir gleich beide Bände mit. Franz Böhmig: „600 Ratschläge für den Gemüsegarten“ und „300 Ratschläge für den Gewürzkräutergarten“. Die beiden gehören zu den ersten Büchern, die ich heimlich aus dem Bücherregal meiner Eltern im Wohnzimmer holte und in aller Ruhe betrachtete. Noch vor dem Giftpflanzenbuch und Meyers dreibändigem Lexikon. Jetzt blättere ich aufgeregt die vergilbten Seiten auf und freue mich wie eine Schneekönigin, als ich die lachenden Radieschen wiederfinde, die Auberginen, die sich im Windschatten sonnen und die Möhrenfamilie, in der der dicke Papa das kleinste Kind liebevoll auf dem Arm trägt. Oh wie schön! Bestimmt lerne ich jetzt – ganz nebenbei – was ich auf dem Balkon beachten muss, damit meine Radieschen auch lachen.

Und jetzt muss ich eine Ausnahme davon machen, hier nur über Dinge zu schreiben, die ich selber gesehen oder gelesen oder gehört habe… Denn eine Chance, die wunderbaren Arbeiten von Annette Schröter zu sehen, habe ich gerade nicht. Ihre Ausstellung in Erfurt – von der meine große Schwester mir begeistert Fotos gezeigt hat – ist vorbei. Dabei würde ich zu gern einmal vor ihren riesigen, immer spannenden, technisch absolut bewundernswerten Scherenschnitten stehen, von denen mich schon die Fotos und die im Internet auffindbaren Bilder begeistert haben.

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7 Gedanken zu „Gesehen, gelesen, gehört… im März und April

  1. guinness44

    Nur Mut zu „Arbeit und Struktur“. Ich hatte auch lange Angst davor und ja, es ist traurig, aber ich empfand es als sehr wertvolles Buch. Besonders zeigt sich wie wertvoll das Leben ist. Am besten lesen, wenn Dir Deine Kinder richtig auf die Nerven gehen. Danach bist Du einfach glücklich, dass sie gesund sind.

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    1. Greta Autor

      Ok – das ist ein guter Tip – ein Buch für Krisenzeiten, in denen man sich daran erinnern muss, wie gut es einem eigentlich geht… Solche gibts ja dann und wann. Liebe Grüße!

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