Gesehen, gelesen, gehört… im Juni

Das musste jetzt sein: Auch noch schnell Jojo Moyes „Eine Hand voll Worte“ verschlingen. Aber es war schon richtig, dass ich um dieses Buch bisher einen vorsichtigen Bogen gemacht habe – die beiden anderen sind schöner und überzeugender.

Und jetzt… freue ich mich auf blaue Kacheln, moderne portugisische Kunst und Wegesrand-Entdeckungen in einer fremden Stadt.

Definitiv am besten: Der Portugal-Führer aus dem Michael-Müller-Verlag. Die paar Seiten, auf denen Lissabon abgehandelt wird, reichen für ein paar Tage allemal aus. Die Beschreibungen machen Lust auf die Stadt – und die einzige Angabe, die ein paar Jahre nach dem Erscheinungsdatum der Auflage, die ich benutzt habe, wirklich nicht mehr stimmte, war die durchschnittliche Laufzeit von Postkarten nach Deutschland. (Hat zwei Wochen gedauert, bei allen…)

Statt Film: „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green lieber gelesen. Kein Buch für die faule halbe Stunde auf der Piknikdecke beim Ausflug mit den Kindern – es macht viel, viel zu traurig, diese Liebesgeschichte zweier krebskranker Heranwachsender zu lesen. Eins der Bücher, nach denen ich für mein kleines Leben mit nur kleinen Aufs und Abs sehr, sehr dankbar bin.

Scarlett Thomas hatte ich im letzten Jahr eigentlich schon entdeckt – jedenfalls ihr Buch „Das Ende der Geschichten“. Geistesblitz beim Wiederlesen: Hat die Frau eigentlich noch mehr geschrieben? Sie hat. Angefangen habe ich mit „Monkeys with Typewriters“ – kein Roman, sondern ihr verschriftlichter Universitätskurs im kreativen Schreiben. Ich werde in nächster Zeit kein Buch lesen, ohne zu versuchen, einen ihrer acht „grundlegenden Plots“ darin wiederzufinden. Ihre Ausführungen zu Drama, Komödie, Heldenreise und all den anderen „Grundgeschichten“ habe ich mit großem Vergnügen gelesen. Und sollte ich jemals mehr schreiben als diesen Blog… dann wird dieses Buch meine Anleitung sein.

Und der neueste Fund aus dem Büchertauschfach: „The Curious Incident of the Dog in the Night-Time“ von Mark Haddon – ein preisgekrönter Roman über das Erwachsenwerden eines autistischen Jungen; ein Buch, das ich nicht zurück ins Tauschfach stellen werde (obwohl mein Bücherregal schon wieder überquillt und dringend seine jährliche Reinigungskur braucht). Wie der Autor es versteht, die Welt aus der Sicht eines Fünfzehnjährigen zu beschreiben, der davon träumt, dass es nur noch ganz wenige Menschen auf der Erde gibt, und vor allem nur noch welche, die einander nicht ansehen, wenn sie miteinander reden… das ist ganz groß.

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2 Gedanken zu „Gesehen, gelesen, gehört… im Juni

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