Warnemünde: Das Jungsprogramm

Schon bei der Anfahrt die ersten Kreuzfahrtschiffe bestaunen, riesig wie ganze schwimmende Stadtteile liegen die gleich neben den S-Bahn-Gleisen im Hafen.

Mit der Autofähre auf die andere Seite des Hafenbeckens fahren, dabei versuchen, Fotos von den suppenschüsselgroßen Quallen zu machen. Raus zur Mole laufen. Kleine Sportsegelboote beobachten.

Zur Seehundeforschungsstation gehen. Dem Seebären zusehen, wie er im Wasser herumtollt, den Po herausstreckt und mit den Flossen wackelt. Beobachten, wie die Forscherin im kleinen Becken der Seerobbe Ohrenschützer aufsetzt, ihre Versuchsanordnung aufbaut, die Ohrenschützer wieder abnimmt und die Robbe mit den Barthaaren fühlen muss, aus welcher Richtung der größere Wasserwirbel kommt. Und wie sie Fische kriegt, wenn sie es richtig macht.

Auf den Leuchtturm steigen.

Beim Strandspaziergang doch auf den Buhnen herumklettern.

Quallen keschern.

Eine uralte Frisbeescheibe wieder zum Leben erwecken.

Doch wieder erfolgreich ein Eis erbetteln.

Den Seenotrettungskreuzer besichtigen und seine Knotengeschwindigkeit in Stundenkilometer umrechnen.

Kreuzfahrtschiffe von nahem anschauen, Etagen zählen, Kabinenfenster zählen. Gucken wie eins einfährt, und am Kai nebenherrennen. Auf der Düne sitzen, da, wo es eigentlich verboten ist, und einem ganz besonders großen zuschauen, wie es inmitten von fünf kleinen Hafenrundfahrts-Begleitbooten von seinem Liegeplatz wieder ins Meer entschwebt. Danach der Fähre nach Dänemark. Danach dem Frachter mit den 15 Windradflügeln. Danach dem edlen Dreimaster, der beim Vorbeifahren Segel hisst. Danach der kleinen Bohrinsel oder dem großen Schwimmkran oder was auch immer das für ein Gefährt ist, das da von einem Schlepper ins Meer gezogen wird, eine Plattform wie ein umgekippter Tisch mit vier langen Beinen, die zum Himmel ragen –

Jeden Morgen Brötchen und Croissants holen, weil wir so früh wach sind und nichts anderes vorhaben, bis die anderen aufstehen.

Jeden Abend auf der kleinen Terrasse spielen: Der Fünfjährige kann jetzt Coloretto. Der Neunjährige liebt schon lange Baptistenskat. Und ich kann ihn immer noch im Schach schlagen, puh, erleichtert.

Und jeden Tag ins Meer.

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2 Gedanken zu „Warnemünde: Das Jungsprogramm

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