Pilgernotizen 8

Einerseits haben unsere Füße sich am Tag 4 ans Laufen gewöhnt, hat sich der Rhythmus unserer Schritte beinahe verselbständigt – andererseits schmerzen unsere Füße auf immer neue, vielgestaltige, abwechslungsreiche Weise, bei jedem Schritt. 11km bis zum Mittag. Bachtäler, Dörfer mit liebevoll gepflegten Bauerngärten, grasende Kühe, Schafe mit Lämmern, gefleckte Ziegen. Hohenzüge, auf denen der Gegenwind uns beutelt, von denen wir zurückschauen und rätseln, aus welchem Tal, hinter welchem Hügel hervor wir heute schon kamen; und nach vorne, um mit der Karte in der Hand Ausschau nach den ersten Dächern des nächsten Ortes zu halten. Wir sind ‚auf dem Weg‘ angekommen; „Guten Weg!“ wünschen uns ein paar ältere Herren, die die Art unserer Reise an den Jakobsmuscheln erkannt haben, die wir bei uns tragen. „Wohin geht Ihr?“, fragen uns zwei angeheiterte Spitzbuben, die am Tresen der winzigen Dorfpension sitzen. „Nach Santiago“ sagen wir, denn selbst wenn wir dahin nicht kommen – nicht dieses Jahr und vielleicht nie – die Vorstellung ist so schön, dass wir bis dahin kommen könnten, immer den Wegweisern mit den Muscheln nach.

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Ein Gedanke zu „Pilgernotizen 8

  1. Anne

    Liebe Greta, wie schon bemerkt, haben mich deine ersten Einträge und die Kommentare dazu an mein eigenes Pilgervorhaben erinnert. Ich hab das Vorhaben noch nicht so engagiert verfolgt wie du und freue mich umso mehr für Dich und im Gegenzug für mich – fürs Teilhaben dürfen an eurem camino. Danke! Habt eine gute Zeit!

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