Pilgernotizen 12

Die spirituelle Seite des Pilgerns spielt sich zögerlicher ein als die praktische. Nachdem die erste Begeisterung über das Unterwegssein sich gelegt hat, werden wir stiller. Wären wir länger unterwegs als die eine Woche, deren Ende schon näher rückt, wären es ganz stille Zeiten – beim Laufen, abends, in Kirchen, wenn die mal offen sind – die ich gern hinzunehmen würde.

Aber schon in dieser Woche beginnen wir – ein erstes, kleines Ritual – unsere tägliche Strecke mit einem Morgensegen:
„Ich bin erlöst – vergnügt – befreit.
Gott nahm in seine Hände meine Zeit:
Mein Denken, Fühlen, Hören, Sagen;
mein Triumphieren und Verzagen,
das Elend und die Zärtlichkeit.“

– Gern genommene Varianten: „mein Hinken, Schleichen, Rucksack-Tragen“… „mein Ächzen, Schnaufen und mein Klagen“…
Was eben gerade so passt.

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