Oh, wie es staubt!

Seit mein sechsjähriger Sohn Kortison inhaliert, hustet er nicht mehr. Das ist gut! Jetzt wird das Kortison reduziert – und sein Zimmer bei mir und das Zimmer beider Kinder bei ihrem Vater müssen dringend von Hausstaubmilben befreit werden, weil das helfen könnte, dass das mit dem Husten dann nicht wieder losgeht.

Was für ein Projekt! Ich liebe offene Regale. Ich habe eigenhändig 12 Schaumstoffkissen mit Stoff bezogen, damit die Kinder kuscheln und toben können. In den Kinderzimmern liegen gute Wollteppiche. Der Sechsjährige liebt Nippes, Figürchen aus Überraschungseiern, Kita-Basteleien, gefalterte Tiere von vor drei Jahren, Steine und andere Staubfänger. Und von seinem Babybett, das inzwischen unter dem Hochbett steht, in dem er schläft, will der Sechsjährige sich um keinen Preis der Welt trennen. Außerdem… putze ich garnicht so überragend gerne und vor allem nicht so schrecklich oft ganz gründlich – und habe es bisher mit dem Spruch gehalten, dass ein bisschen Vitamin U (steht für Unordnung, Staub, Dreck etc.) den Kindern guttut. Oh weh…

Jetzt wedele ich mit dem Staubwischer lustlos in den Regalen herum, sauge mindestens doppelt so oft wie vorher den Teppich ab (was wahrscheinlich nicht reicht), liege unglücklich auf dem Bauch unter dem Kinderbett des Sechsjährigen und wische mit einem feuchten Lappen den Dielenstreifen hinter dem Teppich. Überall Staub, hier mehr, da weniger, und dort schon wieder welcher, obwohl ich doch schon letzte Woche saubergemacht habe. Ob es Farbpulver gibt – so ähnlich wie das, mit dem man schlecht geputzte Stellen an den Zähnen sichtbar machen kann – das den Kot von Hausstaubmilben leuchten lässt? Damit man wenigstens sieht, ob die Putzerei was bringt?

An meinem nächsten Homeoffice-Samstag wird ein Vitrinenschrank angeliefert, so richtig mit Türen, wie sie bei uns sonst nur Kleiderschränke haben; und jede Menge Plastekisten für das Spielzeug, das in den vielleicht nicht mehr reinpasst. Ich habe schon alle Textilien von den Garderobenhaken im Zimmer des Sechsjährigen zusammengefaltet und weggelegt; und die Allergiebettwäsche von der Krankenkasse ist auch endlich gekommen, allen Unkenrufen der Lungenärztin zum Trotz hat die Krankenkasse ein Einsehen mit unserem Wechselmodell gehabt und ein Partnerset finanziert – prima. Dank des Sets von der Krankenkasse und dank einer netten Blogleserin habe ich jetzt genug Bettwäsche, um sogar die kleine Kinderbettmatratze und zwei Kuschelkissen in einen Allergiebezug zu stecken.

Mein Lieblingssessel steht natürlich auch im Zimmer des Sechsjährigen, das steht ja immer wochenweise leer, dann lese oder telefoniere ich dort am hellsten Fenster der Wohnung. Ich nebele den Sessel mit Neemöl ein, bis der Gestank mich aus dem Zimmer treibt – dafür darf der Sessel erstmal stehenbleiben und wird von Milben (und Blattläusen) hoffentlich weiträumig gemieden.

Weiter reicht meine Kraft nicht, um den Teppich werde ich mich später kümmern. Erstmal muss ich eine Sim-Karte kaufen, mein altes Handy wiederbeleben, eine neue anonyme Mailadresse anlegen und mich bei Ebay-Kleinanzeigen anmelden, um all das loszuwerden, was wir nun garnicht mehr gebrauchen können. Meine liebevoll bezogenen Kissen. Den alten Spielteppich mit der Baustelle drauf. Das Regal, das dort überflüssig wird, wo der Zehnjährige das Bücherregal des Sechsjährigen bekommt, das durch den Vitrinenschrank ersetzt wird.

Wahrscheinlich bin ich bis Weihnachten mit Umräumen beschäftigt. Schenkt mir dieses Jahr einfach einen Staubwischsklaven.

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12 Gedanken zu „Oh, wie es staubt!

  1. tikerscherk

    Liebe Greta, der Vergleich zwischen Kind und Katz ist natürlich ein bisschen merkwürdig, aber mein Kater Ludwig leidet unter Asthma und reagiert auf Hausstaub. Wenn ich alle 2 Tag sauge und 2 Mal pro Woche wische, geht es ihm gut und er ist fast beschwerdefrei. Insofern: das Staubwischen wird belohnt werden, ganz sicher.
    Nur den Teppichboden würde ich vielleicht nochmal überdenken, wenn das möglich ist. Glatter Boden ist viel viel pflegeleichterm wenn man den Milben an den Kragen will.
    Ansonsten hoffe ich sehr, dass Du noch zu anderen schönen Dingen kommst und nicht nur mit Staub beschäftigt bist.
    Liebe Grüße aus Kreuzberg

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    1. Greta Autor

      Liebe Tikerscherk, der Vergleich mit Deinem Kater ist sehr ok – aber zweimal in der Woche wischen und alle zwei Tage saugen??? Kommst Du denn da noch zu was Schönem? Ich werde ein Weilchen brauchen, bis ich dafür eine Routine gefunden habe. Liebe Grüße zurück nach Kreuzberg!

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      1. tikerscherk

        Das Saugen dauert nicht meh lang, weil ich es so oft mache, und das Wischen von glatten Böden mit wenig Möbeln und Kram geht auch schnell. Außerdem muss ich keinen Haushalt mit zwei Kindern wuppen, so wie Du. Da bleibt nach dem Saugen noch Zeit für anderes.
        Eien Freundin ist übrigens jetzt mit ihrem Sohn der allergisch gg Hausstaub ist (Lungenfunktion zeitweilig bei 12 %), bei eienr Kinderlungenärztin und Allergologin in der Bismarckstr. Sie desensibilisieren den Jungen. (Hat bei meinem Vater, der hochallergisch war, gut geklappt). Nun will ich Dich nicht ständig mit Tipps vollquatschen, aber vielleicht wäre das ja auch was für Euch?

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      2. Greta Autor

        Nein, das ist doch gut, Tipps weiterzugeben! Unsere Ärztin hat auch schon von Desensibilisierung gesprochen, aber wir werden es erstmal so versuchen. Vielleicht haben wir ja Glück und der Sechsjährige ist – wie Dein Kater – irgendwann bei erträglichen Putzroutinen hustenfrei. Auf so eine Desensibilisierung würde ich mich erst einlassen, wenn wirklich klar ist, dass wir ihn anders nicht beschwerdefrei kriegen.

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  2. lehrfrau

    Liebe Greta, das ist ganz furchtbar, wenn der Berg sich vor einem auftürmt und man nicht das Ende sieht. Ich freue mich aber, das die Krankenkasse ein Einsehen hatte und dass dir das Paket helfen konnte. Den Berg schaffst du auch u d dann geht es bergab und wird besser. Ich denke an euch und wünsche euch alles Gute.

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      1. lehrfrau

        Ach Mensch, der Arme. Die Desensibilisierung hat bei unserem Sohn sehr viel gebracht (immerhin hatten wir deshalb die Bezüge über 😄). Wir haben direkt mit seinem 6 Geburtstag angefangen und nun ist er fast beschwerdefrei und jegliche Asthmagefahr ist erst mal gebannt. Er sagte gestern noch, dass er es wieder machen würde, weil er viel besser Luft bekommt, er ist jetzt 9 1/2, seid Mai sind wir fertig. Je jünger das Immunsystem, desto besser scheint die Wahrscheinlichkeit der Wirkung zu sein, sagte zumindest unser Arzt. Das Zimmer (ohne Teppiche) sauge ich aber immer noch täglich, aber er hat seine heißgeliebten Legomodelle wieder aus den Kisten geholt und in die Regale gestellt. Die Kisten sind nun im Keller.

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  3. frausiebensachen

    ach jeeee…
    mein schwager – auch hausstaub(milbenkot)allergiker – verträgt das saugen absolut nicht, weil dabei – außer mit speziellen filtern – der ganze schiet erst so richtig schön in der luft verteilt wird. nur feucht wischen bindet den staub.

    ich schick mal ganz viel kraft und zuversicht *puuust*

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  4. MeinWald

    hab mich durch deine letzten Einträge gelesen.
    Ich habe viel zu wenig Zeit, auch für eigenes Bloggen…
    Ich wünsche dir viel Kraft! Und auch ein bisschen Auszeit für dich ab und an.
    Liebe Grüsse aus Frankreich.

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  5. Pingback: Im Advent (7) | gretaunddasleben

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