Im Advent (5)

Ich mag es, in diesen dunklen Tagen durch die Straßen zu laufen, auf dem Weg zur Schule morgens oder Nachmittags; die Fenster anzugucken, in denen Schwippbögen leuchten, die Balkone, in denen zwischen Tannenzweigen Sterne strahlen, die Vorgartenbäume, die mit Lichterketten geschmückt sind.

Meine stillvergnügte Freude habe ich aber auch an den weniger heimeligen Auswüchsen des adventlichen Dekofiebers.

An der schrillen Farbkombination der Kugeln am Weihnachtsbaum, der im Firmenfoyer über Nacht aus dem Boden geschossen ist und die auch nicht davon besser wird, dass ich irgendwann die „Corporate Colors“ des Logos darin wiedererkenne.

An der bedauernswerten lebensgroßen Hundefigur im Schaufenster eines Hundefriseurs, die bis zur absoluten Bewegungsunfähigkeit mit einer Schlauchlichterkette gefesselt ist.

An den trashigen Adventsgestecken beim vietnamesischen Blumenhändler, auf denen zwischen Kerzen und großen blauen Stoffblüten ein weißes Reh lagert, hinter dem ein ganz in weiß gewandeter kleiner Weihnachtsmann hervorstalkt.

An dem kleinen Weihnachtsmannhut – vielleicht sieben Zentimeter hoch – der keck seitlich auf dem Kopf des Mädchens sitzt, das in der Grundschule vor uns die Treppen hochhüpft.

 

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2 Gedanken zu „Im Advent (5)

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