Weihnacht

Die letzten Türen und Beutelchen an den Adventskalendern sind geöffnet. Advent war dieses Jahr immer nur zwischendurch, wenn eins krank war und ich zu Hause bleiben durfte. Lieber nicht über die guten Adventsbloggereivorsätze nachdenken, so viele große bezeichnende Momente gabs nicht, oder ich war mit anderem beschäftigt und hatte keine Zeit zum Aufschreiben.

Immerhin rechtzeitig das Weihnachtszimmer geputzt, Einkäufe gemacht und Geschenke eingepackt. Für einen Ausgehabend mit dem liebsten Freund (so wichtig nach all der Krankzuhausebleiberei – gleich eine Doppelportion Kultur also, mit einer wichtigen Ausstellung und einem Poetry Slam im Dunkeln) war dank dieser Vorbereitungsdisziplin auch noch Zeit. Beim Heimkommen am 23. ganz spät dann die Nachricht auf dem Anrufbeantworter, dass jetzt der Zehnjährige krank ist… der sowas ja meistens brav in den Ferien abarbeitet.

Am 24. also Kamillenteekochen statt Kirche, in die Vesper mit Krippenspiel geht der Vater meiner Kinder unterdessen mit dem Sechsjährigen, der mault und sehr viel lieber sofort Geschenke auspacken möchte. Weil der Zehnjährige es  mit dem Magen hat und nur Zwieback essen darf, habe ich die Plätzchen in den letzten zwei Wochen ganz umsonst aufgespart und sitze mit einem sowieso mäkeligen Kind, einem, das traurig um ein einziges Gummibärchen bettelt und einem butterplätzchenabstinenten Veganer um den bunten Weihnachtsteller. Das mit der Hausmusik am Keyboard klappt auch noch nicht so richtig, eins von den zwei Liedblättern, die der Sechsjährige zum Üben hatte, ist verschollen; und als ich das Lieblingsweihnachtslied meiner Mutter vorzuspielen versuche, fragt der Sechsjährige mittenrein, ob das nun nicht mal bald zu Ende ist.

Die Geschenke machen dann wenigstens meinen kleinen Sohn glücklich. Der Zehnjährige ist ganz still, weil er nach Addition der neu geschenken „Beyblades“ zu den schon vorhandenen insgesamt weniger von den seltsamen Kreiseln hat als sein Bruder (hätte ich mal vorher nachzählen sollen…). Und weil er sich schlecht fühlt und weil er nicht essen darf. Später muss er so dringend ins Bett, dass er gleich nebenan in sein Zimmer geht statt rüber zu seinem Papa. Er ist richtig krank; ich gehe in der heiligen Nacht mit der Zeit insgesamt viermal schlafen.

Aber hey: Auch Weihnachten muss nicht perfekt sein, das ist schon ok.

Dem Zehnjährigen (der nach einem nächtlichen Kurzbesuch in der Kinderrettungsstelle bei seinem Vater weitergeschlafen hat) geht es heute morgen viel besser; durchs Telefon höre ich ihn und den Sechsjährigen fröhlich Beyblades spielen.
Und ich bleibe einfach im Bett.

Gute Weihnachtstage – ob allein oder mit anderen, nach Plan oder chaotisch, in Feststimmung oder irgendwie ganz anders – das wünsche ich Euch allen!

 

 

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