WMDEDGT… 5.1.2016

Es ist wieder soweit, 5.1.2016. Und Frau Brüllen fragt: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

5.45. Wecker. Hätte auch ein bisschen später klingeln können, ich habe heute nur ein Kind, der Sechsjährige ist schon bei seinem Papa, der Zehnjährige kommt kurz nach sechs Uhr in die Küche geschlappt, vielleicht hat ihn das Radio geweckt, Funkhaus Europa ist eingestellt.

6.45. Frühstück. Mit einem Kind ist das herrlich entspannt. Auch das Fertigmachen zum Losgehen klappt viel besser. Am allerbesten geht heute alles, wenn ich dem Zehnjährigen Anweisungen gebe und an die ein  „Beep Beep“ anhänge. „Jetzt bitte Zähneputzen gehen – Beep Beep!“. Ich bin heute ein Roboter, ein Helferoboter, sagt der Zehnjährige, ich gehe mit auf Deine Arbeit und helfe Dir. Hm, sage ich, ich muss den Helferoboter aber in die Schule schicken! – Aber ich bin doch kein Schulroboter! Ich gähne. Ich bin heute ein Schlafroboter, sage ich, Schlafen würde ich heute am besten können.
Und dann gehen wir los. Der Zehnjährige zu seinem neuen, riesigen Fahrrad; ich zu den Mülltonnen im Hinterhof und dann zur S-Bahn.

7.30. Büro. Noch alles relativ entspannt. Mittags eine Telefonkonferenz, ich sitze im Büro eines Kollegen, wir verdrehen die Augen, schreiben uns witzige Bemerkungen auf den Zettel mit der Agenda.

15.00. Feierabend. Schnell in der Kaufhalle vorbei, Kräutertee und Äpfel – ich habe am Wochenende nicht eingekauft und muss jetzt jeden Tag irgendwann zwischendurch besorgen, was gerade so fehlt.

15.45. In der kleinen DB-Agentur in meinem Kiez trage ich meine Reiseanliegen für Ende Januar vor und kaufe Fahrkarten. Zu Hause wird ein bisschen aufgeräumt. Dann schalte ich – noch voller guter Vorsätze! – das Anfänger-Yoga-Video auf Youtube ein, dass ich mir ausgesucht habe. Gestern habe ich das auch schon gemacht, heute habe ich einen alten Teppichläufer als Matte ausgerollt, da geht es gleich viel besser.

16.50. Kurz vor der Yoga-Endentspannung klingelt die Besuchsfreundin, die wegen einem Arzttermin nach Berlin gekommen ist. Ich koche Kaffee und zünde die Kerzen am Weihnachtsbaum an. Wir setzen uns aufs Sofa und erzählen. Später Abendessen.

20.00. Ich zünde neue Kerzen am Weihnachtsbaum an, die Besuchsfreundin holt ihr Strickzeug vor, ich bügele ein paar Pullis fürs Büro. Dann setze ich mich zu ihr aufs Sofa und stricke an der Mütze für meine große Schwester weiter.

21.30. Ich gehe schon mal ins Bad. Hinterher lesen wir uns noch ein paar Geschichten aus einem Buch vor, dass ich zu Weihnachten bekommen habe. „Geschichten, die glücklich machen“, ich frage mich immer, ob irgendjemand tatsächlich solche Anthologien liest – diese hier wandert jedenfalls auf den Spendenstapel, nachdem uns weder Ringelnatz noch Rosenlöcher überzeugt oder gar glücklich gemacht haben.

22.30. Wecker stellen. Licht aus. Draußen fällt Schnee. Unbedingt morgen früh die Schneehosen zum Vater meiner Kinder bringen, nehme ich mir vor. Und schlafe ein.

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