5.45 bis 6.30

Zuerst die Amsel (ihr Lied wie gesponnenes Glück), dann der schneidende Mittemärzwind.

Die Lichter der Stadt vor dem S-Bahn-Fenster (einen Moment lang nicht an Stromverbrauch denken, zubetonierte Erde, den Dreck in den Straßen) verheißen Wunder.
Dächer und Schornsteine treten langsam aus dem unmerklich schwarzblauen Himmel.

Am Bahnhof haben die Bäcker schon auf und die Buchläden, das würde mir meistens reichen, auch
die Menge der Menschen – einzelne, mit müden Morgengesichtern – ist gut so.

Kurz vor der Abfahrt des Zuges noch um einen Kaffee anstellen, die Frau hinter der Theke gibt ihr Lächeln großzügig dazu.

Vor dem Zugfenster ist es schon morgenhell. Ein Mann bittet um Ruhe für eine weitere Stunde Schlaf.

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3 Gedanken zu „5.45 bis 6.30

  1. wildgans

    Wurde dem Mann die weitere Stunde Schlaf gewährt?
    Das sind Szenarien, die ich nur von Kurzreisen in Großstädte kenne. Aber nicht uninteressant! Vor allem, weil du mit deinen Worten etwas Besonderes draus machst!
    Gruß von Sonja

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    1. Greta Autor

      Hm, ja, die Mitreisenden waren dann ruhig. Nur der Zugbegleiter auf Kartenkontrolltour und der Kaffeeverkäufer störten die Ruhe. In dem Fall wars eine Kurzreise in die Kleinstadt… Grüße von Greta

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