Alberne Sportverletzungen

Frühlingsstimmungtief trifft PMS trifft ein bisschen zu viel Alleinsein. Gut, dass mir die sonntagvormittägliche Zumba-Stunde einfällt, zu der die ehemalige Nachbarin manchmal geht. Da kann man kostenlos probehüpfen – wo das Krankenkassen-Mitgliederblättchen doch kürzlich mahnend geschrieben hat, man verbringe die Zeit, in der man jetzt keinen Sport treibe, später mit schrecklichen Krankheiten.

Zumba also. Ein schöner heller Raum, eine nette junge Kursleiterin. Zwischen den sieben oder acht Frauen, die nach und nach in den Raum kommen, tatsächlich ein Mann, nanu? Mir schaudert, als wir uns vor der Spiegelwand aufstellen müssen. Hopsen ohne Kondition mag gerade noch angehen, aber mich dabei auch noch sehen können? Der innere Kritiker runzelt schon die Stirn, nein, er facepalmt. Ich hefte meine Blicke fest auf die Kursleiterin, damit ich nicht sehe, wie ich hilflos dem Takt und ihrer Choreographie hinterherstolpere; Anleitung gibt es nicht, das eine oder andere aufmunternde „Hep!“ muss reichen, wenn plötzlich wieder eine andere Bewegungsfolge beginnt.

Meine wichtigste Probestundenerkenntnis ist, dass das hier mit Tanzen weniger zu tun hat, als die Zumba-Werbung mir suggeriert hatte. Es läuft Musik – na gut; lateinamerikanisch mag sie auch sein; ansonsten ist das hier einfach nur Sport; Brachalfitness statt tänzerischer Sinnlichkeit und Leichtigkeit.
Trotzdem ist es eigentlich garnicht so schlimm. Alle kommen aus dem Takt, alle sind nach einer Weile ziemlich fertig. Alle lachen. Meine frühere Nachbarin ist da, ihr Spiegelbild grinst mich aufmunternd an, und nach einer Dreiviertelstunde gibt es langsamere Musik und Dehnübungen. Wenn ich heimlich meinen Bauch wegtrainiere, mir schickere Sportklamotten kaufe und mich beim nächsten Mal da rechts hinten ganz in die Ecke stelle, wo mich niemand sieht… dann könnte ich vielleicht sogar bei Gelegenheit wieder mitmachen.

Als ich hinterher mit meiner ehemaligen Nachbarin noch auf einen Chai Latte zusammensitze, sehe ich das alles jedenfalls schon wieder ganz optimistisch. Bis ich aufstsehe, um an der Theke zu zahlen. Autsch… Ich weiß garnicht, auf welchem Fuß ich zuerst hinken soll.

Irgendwie habe ich es geschafft, mir zwei ganz große Blasen auf den Unterseiten beider großer Zehen zu erhopsen.

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4 Gedanken zu „Alberne Sportverletzungen

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