Wieder bloggen. Ein bisschen. Vielleicht.

Zum 5.8. und Frau Brüllens WMDEDGT-Aktion habe ich es nicht geschafft, wieder mit dem Bloggen zu beginnen. Dabei hatte ich es vor; dabei hätte ich viel schreiben können, es war ein langer Tag – mit Aufwachen auf dem Klappsofa in der lolli-lutsche-grün (so die passende Wortschöpfung des Siebenjährigen) gestrichenen Ferienwohnung in Weimar, mit vom Wegesrand genaschten Pflaumen, einem wunderschönen Wasserspielplatz, mit sehr vielen Gesellschaftsspielerunden mit meinem Vater, seiner Frau und meinen hibbeligen, in der friedlichen Seniorenwohnanlage für ungewohnte Unruhe sorgenden Kindern und mit dem Packen unserer Koffer am späten Abend, in denen nach nur fünf Thüringen-Urlaubstagen vier Gläser Marmelade, eine Zucchini, ein Kilo Bohnen und drei paar neue Schuhe (Für mich! Hah! Unter den ungläubigen Augen meiner Kinder eigenhändig spontan erworben!) zusätzlich Platz finden mussten.

Dass ich nach dem 5. Juni mit dem Bloggen aufgehört habe, war nicht geplant oder absichtsvoll. Aber wie von Zauberhand war meine Zeit zum Schreiben von einem Tag auf den anderen verschwunden – verschlungen von den Schuljahres-Abschluss-Veranstaltungen (und sie feierten sieben Tage und sieben Nächte… und alle Eltern mussten jeden Abend etwas zum Buffet beitragen); von einer kleinen Jungs-Sachen-OP des Elfjährigen, dem ich die Hand beim Setzen der Narkose hielt und hinterher den ganzen Tag lang die Spuckschüssel; von meinem 40. Geburtstag, den ich zwar glücklich mit den liebsten Freundinnen und ihren Kindern beim Wandern verbrachte, der mich wegen der ungewohnt hohen Zahl aber doch sehr beschäftigt: Sollte dieses Endlichkeits- und Vergänglichkeitsdingens etwa nicht nur Verwandten von Bekannten und vielleicht noch Großeltern zustoßen, sondern auch mir bevorstehen? Wer bin ich, wenn das Wort „jung“ nicht mehr passt? Und was von all dem, von dem ich immer dachte, dass es irgendwann schon noch kommen wird, ist mir wirklich wichtig; so wichtig, dass ich es vielleicht doch noch in Angriff nehme? –

Jetzt sind Ferien, endlich, seit zwei Wochen, und ich hatte Urlaub; die Hälfte davon haben wir – siehe oben – mit dem Einheimsen von Schuhen und Gemüse in Thüringen, die andere Hälfte gemeinsam mit der Besuchsfreundin (und der Mauz-Laune des Siebenjährigen und der Rumpelstielzchenlaune des anscheinend jetzt endgültig – oh weh! – vorpubertierenden Elfjährigen) hier zu Hause verbracht. Der Rest der Ferien wird gestückelt, ein bisschen Hort und jede Menge Hortschließzeit für den Siebenjährigen und den Elfjährigen; ein langes Wochenende mit ihrem Vater, der einmal mehr zu Ferienbeginn ganz plötzlich Arbeit gefunden hat; ein paar Tage, an denen ich „halben Urlaub“ nehmen werde; ein paar Tage werden die Jungs sogar bei der Freundin ihres Vaters verbringen, bevor wir – aufseufz, ach…  – nochmal zur Kur dürfen, meine Söhne und ich. Nein, an den Haaren herbeigezogen ist es nicht, dass da „Erschöpfungsdepression“ auf meinem Einweisungsbogen steht. Irgendwas ist aus dem Gleichgewicht, schon länger; immer weniger Kraft hatte ich im letzten Jahr, weniger Lust aufs Leben, weniger Glücksgefühl. Immer haben die Arbeit und die Kinder beim Verteilen der Energie mehr als ihren Anteil abbgekommen (und immer ist da das Gefühl, dass bei beidem mehr Engagement nötig wäre), dann kam der Haushalt, und dann war da noch ein bisschen Zeit für Freunde oder wenigstens Simse an Freunde. Alles wichtig. Alles richtig, an sich. Aber danach war da oft garnichts mehr, noch nicht mal genug Zeit zum Schlafen – denn nach meinen zwei Wochen Urlaub merke ich, dass das Allerbeste daran die zusätzliche Stunde Schlaf war, die ich jeden Tag abgekriegt habe. Die hat gutgetan.

Da mag ich plötzlich sogar wieder schreiben, auch wenn ich noch nicht weiß, wie oft und wie viel.
Denn morgen geht das ja mit dem Büro wieder los.
Dreieinhalb Wochen noch, na gut. Das wird schon gehen.

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7 Gedanken zu „Wieder bloggen. Ein bisschen. Vielleicht.

  1. lieblingsblau

    Ich bin sehr froh, dich wieder zu lesen! Schön, dass du die Zeit zum Schreiben wieder gefunden hast. Ich kenne das alles zu gut. Die Erschöpfung ist groß. Sogar nach dem langen Urlaub. Auch die Fragen nach dem, was man ist mit 40 und plus, und was JETZT noch getan werden sollte, bevor es nicht mehr getan wird. Da fällt mir einiges ein. Aber die Kraft fehlt. Und ein bisschen viel Mut. Ich wünsche dir eine gute und sonnige bis-zur-Kur-Überbrückungs-Zeit.

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    1. Greta Autor

      Liebe Jela, auch wenn dieser Kommentar spät beantwortet wird (ich widersetze mich einfach dem digitalen Sofort-Zwang): Mut und Kraft für diese 40+-Fragen, das wärs. Das wünsche ich Dir und mir… Ein lieber Gruß aus Berlin, wo die gepackten Kur-Kisten jetzt schon verschickt sind…

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  2. frausiebensachen

    oooh! herzlichen glückwunsch zum geburtstag, du liebe!

    ein neues jahrzehnt anzubrechen ist schon etwas besonderes, aber denk manchmal dran:
    „lieber 40 und würzig als 20 und ranzig!“
    und egal welche zahl vor deinem alter steht und egal was der nicht mehr junge körper manchmal jammert, deine kinder halten dich jung im kopf, das macht viel aus.

    alles liebe!

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  3. tikerscherk

    Liebe Greta,

    alles Gute zum Geburtstag, nachträglich!
    Vierzig ist ein gutes Alter um zu schauen, ob die Weichen richtig gestellt sind und auch um ein paar Stellschrauben zu verändern. Mit Vierzig ist man weder alt noch jung. Man ist unterwegs.

    Das Bloggen soll Dir Spaß machen und wenn es Dir eine zusätzliche Pflicht st, dass ruhe Dich einfach solange aus, bis Du wieder schreiben magst.
    Du weisst ja, wie gerne ich Dich lese, doch Deine zunehmende Erschöpfung schwang in den letzetn Monaten immer mehr mit. Es freut mich, wenn Du Dir mehr gönnst: mehr Zeit und mehr Schuhe und alles, was Dir guttut.

    Ganz herzliche Grüße aus Kreuzberg!

    Kathe

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  4. lostinfrancesite

    Wie schön, dass Du wieder schreibst. Ich lese immer still mit, denke oft, dass könnte mein „Alternativleben“, wenn ich einen anderen Abzweig genommen hätte und wünsch Dir einfach genug Kraft und Unterstützung für alles. Alles Liebe nachträglich zum Geburtstag!
    Liebe Grüsse Rina

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    1. Greta Autor

      Liebe Rina, das kommt jetzt sehr, sehr spät für die schnelle digitale Welt… aber heute habe ich ein wenig Zeit für den Blog und mag Dir für die Geburtstagsgrüße und die lieben Wünsche danken! Ein herzlicher Gruß von Greta

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