Mehr Ankommen

Wir kuren uns durch ein gefühltes Dutzend Informations- und Kennenlernveranstaltungen; erhalten stapelweise Papier für die nächste Woche: Kuranwendungspläne für die Mütter und für die Kurkinder, Freizeitveranstaltungspläne für die Mütter und für die Kinder der verschiedenen Altersgruppen. Zum Glück sind wir Mütter logistische Komplexität gewöhnt, sitzen mit Zettel und Stift über dem Gesamtkonzept am Beckenrand und beaufsichtigen mit einem Auge unsere Kinder im am Wochenende für alle freigegebenen Bewegungsbad.

Zeitgleich ist die Gruppenbildung in vollem Gange. Die Kleinkindmütter haben sich auf den Bänken am Spielplatz gefunden. Die coolen Halbwüchsigen hocken auf dem Fußballplatz, Smartfones in der Hand, Nummern längst ausgetauscht; ihre Mütter sind die freiesten – solange es keinen Ärger gibt. Bei den mittleren Kindern hat hier und da die tischweise Verpartnerung im Speisesaal zu Freundschaften geführt. Meine Söhne sind – wie ich – nicht so schnell im Kontaktaufnehmen; ein gemeinsames Minigolfspiel mit dem Jungen von nebenan hier, ein bisschen Wasserballspielen mit ein paar Gleichaltrigen da – aber eigentlich wünschen sie sich Mamazeit. Wechselmodellkinder, wir haben nachzuholen. Ich auch!
Wieviel Alleinsein für mich zwischen Herz-Kreislauf-Gruppe, Alleinerziehenden-Gesprächsrunde, Coloretto-Spielen und Tischtennis (falls der Wind nachlässt), Wassergymnastik -für die mir vielleicht noch eine Ausrede einfällt – dem ausgiebigen Vorlesen am  Abend und den verlockenden Freizeitsportangeboten übrigbleibt, wie sehr ich die von meinen Kindern einfordern und im Wochenprogramm freistreichen möchte, weiß ich noch nicht.

Es wird sich finden. Fürs erste verzichten wir auf den großen Ausflug am ersten Wochenende und auf die Großgruppenwanderung; treffen keine Verabredungen, gehen froh ins leere Bewegungsbad, sammeln und bemalen Steine, lassen unsere bunten Tüten-Drachen steigen. Familienzeit. Und das ist einfach schön. 

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2 Gedanken zu „Mehr Ankommen

  1. kat+susann

    Toll. Man muss sich nicht verschwestern, befreundet, gemeinsam was machen nur weil.man in der ähnlichen Situation ist. Ich hab mich letztes Jahr in meiner ambulanten Kur auch zurück gezogen. Leider kam von den anderen dann: du magst ins nicht, bist du was besseres? Nein, ihr Düsseldorf, ich will EINFACH MEINE RUHE.Und ich war stolz, dass ich das durch gesetzt hab. Genießt eure gemeinsame allein-miteinander Zeit. Kat.

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