Einfach zu schön

Wieder werfe ich die Vorsätze mit dem zeitigen Schlafengehen über Bord; ich mache mir einen heißen Tee, ziehe Fleecejacke und Bademantel übereinander und gehe auf den Balkon raus. Ich lege den Kopf in den Nacken und mache zunichte, was die Masseuse meiner Halswirbelsäule Gutes getan hat; und ich riskiere ein weiteres Dutzend Mückenstiche.

Der Nachthimmel ist einfach zu schön.

Da ist der große Wagen und dort der Polarstern. Der Rinderhirte und Herkules. Kassiopeia und Perseus. Abend für Abend suche ich am Himmel ein paar neue Sternbilder von der Sternenkarte, die in die Top Ten der wichtigsten Kur-Utensilien aufgestiegen ist. Das Dreieck. Den Widder. Die Leier, den Adler, den Schwan, den Delfin und wenigstens das zentrale Viereck des dicken Pegasus. Sie sind alle da.

Zwischendurch versinkt der tomatenrote Mond hinter den Häusern auf der anderen Seite der Bucht. Fledermäuse huschen vorbei.Es gibt keine Sternschnuppen, deshalb wünsche mir bei jedem Flugzeug etwas, das als kleiner Lichtpunkt durch die Sternbilder zieht. Wer sagt, dass solche Wünsche nicht in Erfüllung gehen? Nur langsamer, glaube ich.

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4 Gedanken zu „Einfach zu schön

  1. frausiebensachen

    bist du an der nord- oder ostsee? (ich frag nur so)
    wünsch dir eine gute, erholsame zeit. was du schreibst – glasglocke, no mens land und müterwelt – klingt so gut und erinnert mich warm an meine letzte kur.
    alles liebe!

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