Bilder vom Wochenende

Am Freitagabend: die ganz schmale Mondsichel im tiefblauen Abendhimmel und ich darunter, mit dem prallvollen Rucksack und zwei Einkaufsbeuteln, so schwer, dass meine Arme bis zu den Knien langgezogen werden.

Samstagmorgen. Schon wieder ich, bleich und mit schwarzen Augenringen, wie ich kurz nach sechs meine quietschmunteren Kinder eher schlechtgelaunt um Ruhe bitte.

Samstagmittag: der Siebenjährige beim Kräuterquark-Rühren, der Elfjährige beim Schälen von Pellkartoffeln. Kinder-Wunschessen.

Samstagnachmittag: der festlich gedeckte Kaffeetisch, selbstgebackene Plätzchen, am Adventskranz – auch wenn das gemogelt ist, worüber meine Söhne sich beschweren – schon zwei Kerzen angezündet. Darüber schiebt sich das Bild einer vergnügten Kaffeegesellschaft, die Patenkindfamilie mit Mama, Papa und zwei reizenden Mädchen, meine Söhne und ich. Am und rund um den großen Tisch später: Faltpapier und Schneidemaschine, der Siebenjährige, der der Schwester des Patenmädchens beibringt, einen einfachen Stern zu falten; der Elfjährige mit dem kleinen Technik-Bausatz, den er als Mitbringsel bekommen hat; die Mädchen mit der Murmelbahn und dem Säckchen Murmeln, die noch aus meiner Kindheit stammen; wir alle um den Tisch, wie wir „Das verrückte Labyrinth“ spielen.

Spät am Samstagabend nocheinmal ich, ganz klein zwischen den Abwaschbergen.

Sonntagmorgen der Elfjährige und das NaWi-Buch und ich auf dem Sofa, eine Klassenarbeit steht bevor.

Nachmittags Weihnachtsmarkt: Der Siebenjährige glücklich auf dem Himmelhochtrampolin und beide Kinder eifrig beim Armbrustschießen, am liebsten für immer.

Sonntagabend nochmal das Sofa, wir drei und die Kuscheldecken; nix geht mehr, nur noch eine dieser Zoo-Dokus. 

Dann schon Montagmorgen. In der Nacht war der Winterkünstler wieder unterwegs und hat sich mit dem Rauhreif auf Gräsern und Zweigen richtig Mühe gemacht. Wir staunen. 

Am Laufschriftband der S-Bahn – wegen eines Zugschadens ist der Zugverkehr leider unregelmäßig – mit den fröstelnden, murrenden, resignierten Menschen unter dicken Mützen ist das Wochenende dann wirklich endgültig vorüber. 

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