Tagesnotizen: 20.4.17

Die Schädlingsbekämpfungsfirma hat offensichtlich endlich einen Schlüssel zu dem Keller erhalten, in dem die Sanitärfirma neulich nach meinem Anruf bei der Hausverwaltung eine tote Ratte entdeckt hat. Dieser hatten wir anscheinend den schrecklichen Kloakengestank zu verdanken, der über Ostern im Treppenhaus hing. Jetzt ist die Luft wieder rein. Dankbares Aufatmen!

Die Balkonblumen haben die Frostnacht überlebt, alle. Der Zwölfjährige hilft mir am Morgen, die Kübel und Kästen wieder nach draußen zu bugsieren. Ich begleite die Kinder nur noch den halben Weg zur Schule – an dem ungesicherten Kanalufer unter der Brücke vorbei, weil es da gefährlich ist; und bis zur nächsten Straße, weil ich es so gern mag, am Morgen mit den beiden ein Stück zu laufen und dabei zu plaudern – und bin deshalb morgens wieder häufiger pünktlich im Büro.

Nachmittagsprogramm: Die Heimfahrt unterbrechen, um im Copyshop ein Foto für ein Schulprojekt des Zwölfjährigen zu kopieren. Im Stechschritt und mit nur noch fünf Euro im Portemonaie zum Geldautomaten, der ist aber leider defekt. Mit den Kindern in der Drogerie mehr Fotos fürs Schulprojekt drucken. Nach Hause, kurz Pflichten besprechen, mit dem Achtjährigen Keyboard üben und mit ihm zum Einkaufen fürs Wochenende, damit der Zwölfjährige ohne Ablenkung arbeiten kann. Lebensmittel nach Hause schleppen, auspacken. Abendessen machen. Essen. Hinterher kuscheln wir uns ein halbes Stündchen vors Laptop und sehen fern. Schnell Wäsche aufhängen, den Achtjährigen ins Bett. Tickets fürs Barberini-Museum am Samstag kaufen – aber nein: die gibt es nur noch für 18 Uhr, damit fällt unser Wochenendplan ins Wasser. Und das nur, weil ich gestern soooo müde war und nicht mehr nachgesehen habe! Die große Schwester, die uns besuchen wird, ist am Telefon auch zu müde, um zu entscheiden, ob wir es am Sonntag bis 10 Uhr nach Potsdam schaffen und bis 13 Uhr zurück zu ihrem Zug. Abwaschen. Dem Zwölfjährigen Gute Nacht sagen, Müll runterbringen. Haare waschen.

„Verzaubere mich“, sagt die deutlich aus ihrer Jugendform gegangene Frau auf meiner neuen Lieblingspostkarte sehnsüchtig zu dem Mann neben ihr mit dem schütteren Haar. Und erhält die traurige Antwort: „In was?“ –

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2 Gedanken zu „Tagesnotizen: 20.4.17

    1. Greta Autor

      Liebe Sonja, ach ja, nochmal in eine Version von mir verzaubert werden, die ich auch sein könnte, ein bisschen verrückter und leichter und mutiger… Da würde ich nicht ablehnen! Ein lieber Gruß an Dich aus der Frühlingssonne!

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