Heute hier, morgen dort – Apfelmus, Wahlergebnisse, Schlangestehen im Betriebsrestaurant

Am letzten Wochenende hat der Sechzehnjährige – durchgeimpft und negativ getestet – nach langer Zeit meinen Vater wiedergesehen. Und die große Schwester, die übers Wochenende bei meinem Vater war. Und ich war auch dabei. Das war schön. Ein erlebnisreiches Wochenende – obwohl wir erst am Samstagmorgen um kurz vor neun in den Zug stiegen und am Sonntagabend gegen halb acht wieder zu Hause waren, haben wir in Weimar mitgeholfen, etwas sieben Kilo Äpfel zu Apfelmus zu verarbeiten, aus der Skyliner-Kabine, ungefähr 70 Meter über der Stadt, auf Weimar heruntergeschaut, am Abend sehr nett gespielt, einen Freiluftgottesdienst besucht und in einem kleinen Restaurantgarten asiatisch gegessen.

Im Zug auf der Rückfahrt und Abends in Berlin dann zusammen mit dem Zwölfjährigen haben wir Wahlberichterstattung angeschaut; gehofft, gebangt, geseufzt, die Köpfe geschüttelt. Unsere Berliner Briefwahlzettel waren nicht vertauscht, es war eine gute Entscheidung, nicht vor Ort zu wählen. Schade, dass Bettina Jarrasch nicht die neue Bürgermeisterin wird, eine Zeit lang habe ich mich an diesem Abend sehr darauf gefreut, die Grünen lagen vorn.

Die kurze Berlinwoche hatte ich von allen Zusatzterminen freiorganisiert, das war sehr entlastend; ich konnte zweimal ins Büro gehen, den liebsten Freund auf einen Kaffee treffen (merke: vietnamesischer Kaffee ist merkwürdig und tropft sehr langsam aus einem Filter ins Glas, lieber nicht mehr bestellen), einmal ein leckeres Tofu-Essen für den Sechzehnjährigen und mich und einmal die allerbesten Katastrophen-Eierkuchen für den Zwölfjährigen und mich zubereiten und sogar mal wieder an meinem Online-Sportkurs teilnehmen – das reichte auch schon. Die beiden Bürotage – mit echten Kollegen, Anstehen im Betriebsrestaurant und der Verabredung zum Kaffee nach der Arbeit – fühlten sich fast wie früher an, irgendwie „normal“. Auch das war schön.

Am Donnerstagmorgen – gestern – verabschiedete ich den Zwölfjährigen zu seinem Vater und widmete mich dem Chaos in der Wohnung, denn an „normalen“ Tagen bleibt auch schon mal alles liegen. Mit FFP2-Maske vor dem Gesicht – ist ja heute kein Ding mehr – wagte ich es sogar, etwas von dem angeschimmelten Wandfarbenrest zu benutzen um ein paar Schäden an der Tapete im Wohnzimmer auszubessern. Parallel zum Homeoffice packte ich dann meinen Koffer fertig und machte mich am Nachmittag auf den Weg nach Hannover.

Dieses Wochenende also hier, es sind Abenteuer mit einem Carsharing-Auto geplant. Nächstes Wochenende arbeite ich dann vor, damit wir am Montagmorgen ins Waldhäuschen fahren können. Viel Hinundher, viel Schönes.

9 Gedanken zu „Heute hier, morgen dort – Apfelmus, Wahlergebnisse, Schlangestehen im Betriebsrestaurant

      1. Xeniana

        Wir haben da bestimmt schon Mal drüber geschrieben. Aber mein Gedächtnis ist ein Sieb….leider.
        Ich mag Weimar sehr, es hat ein besondere Energie irgendwie(eigentlich glaube ich ja nicht an so was:))

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      2. Greta Autor

        Weimar ist hübsch und beschaulich und sehr provinziell – ich wollte da weg, gleichzeitig finde ich es auch immer wieder sehr schön da. Was empfindest Du da als besonders? (Die langen Antwortzeiten sind hoffentlich ok? Handy ist oft länger nicht in Reichweite oder analog grad wichtiger…)

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      3. Xeniana

        Ich würde gern mehr analog sein, hänge momentan leider sehr an der digitalen Angel.
        Weimar- natürlich Goethe,
        Und sonst: ich habe Mal in der Marie Seebach Stiftung genächtigt und dort einen Workshop besucht das fand ich super besonders.

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      4. Greta Autor

        Ja, das ist richtig. Habe ich vielleicht als „selbstverständlich“ hingenommen (keine andere Stadt dieser Größe im Vergleich kennengelernt…) – da ist so eine Art von Bewusstsein da, dass man sich an einem Ort bewegt, an dem Großes passiert ist und geschrieben wurde. Ich mag die Parks sehr und die Innenstadt – aber inzwischen aus der Besucherperspektive.

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