WmdedgT – Oktober 2021

Der Oktober hat noch garnicht richtig angefangen, da ist schon wieder der 5. und Frau Brüllen fragt aus Island (hach, Fernweh…), was wir den ganzen Tag so machen. Alle Beiträge finden sich wie immer hier.

Und das war mein Tag:

Geschlafen bis gegen sechs, gemütlich weitergedöst, bis um halb sieben im Zimmer des Sechzehnjährigen der Wecker schrillte. Warum der Sechzehnjährige sich einen Wecker stellt, obwohl er noch etwas länger schlafen könnte, ist nicht bekannt; vielleicht gab es einen Zusammenhang mit der anstehenden Klausur in Astronomie, vielleicht auch nicht. Jedenfalls schlief mein Sohn so tief und seelig, dass er nicht darauf kam, dass das Weckerklingeln in seinem Zimmer stattfand und deshalb den Wecker einfach immer weiterklingeln ließ. Bis ich meinen Kopf in sein Zimmer steckte, um mal nach dem Rechten zu sehen.

Zum Frühstück gab es Müsli, wie meistens, mit viel Obst. Mein Sohn verschwand in sein Zimmer, ich ging duschen, danach war es schon Zeit, Laptop und Headset einzupacken und mich auf den Weg zur S-Bahn zu machen. Bürotag. S-Bahn-Lektüre derzeit „Girl, Woman, Other“ von Bernardine Evaristo, schon mal gelesen, auch beim zweiten Mal noch eine große Empfehlung.

Weil das Ankommen im Büro immer wieder wechselnden Regeln unterliegt, bin ich nie ganz sicher, wirklich auf dem Laufenden zu sein. Daher kurzer Schwatz mit dem Pförtner, ja, weiterhin muss sich vorher auf einer Liste eintragen, wer ins Büro kommen will. Hatte ich zum Glück vor längerer Zeit mal gemacht, gleich für alle in Frage kommenden Tage bis November.

Dann Arbeit, Absprachen mit der Chefin, drei große Themen mit jeweils verschiedenen Zusatzkomplikationen auf dem Tisch, keine Langeweile. Der andere im Büro anwesende Kollege musste ums Eck kommen und mich ans Teammeeting erinnern, ach ja. Hinterher gemeinsames Essen in der Kantine, das war lecker, aufs Dach prasselte der Regen. Weitergearbeitet bis drei. Vor dem Feierabend stellte ich mich kurz dem Oberchef der Nachbarabteilung vor, der anscheinend nun dann und wann zwei Türen von mir entfernt sitzen wird und den ich noch nie live gesehen hatte, obwohl er schon länger als ein Jahr im Unternehmen ist. Gleichmal sowas wie ein Lob dafür bekommen, dass wir alle seine Ideen in den letzten Monaten ziemlich problemlos umgesetzt haben, das tat gut.

Um Viertel nach drei regnete es noch immer, zum Glück gibt es am Empfang in meinem Unternehmen ein paar Leihschirme, wer früh Feierabend hat, hat gute Karten, einen zu bekommen. Die S-Bahn trödelte, der Heimweg dauerte lange. Von der Bahn aus ging ich direkt ein paar Sachen einkaufen – Nasenspray und Duschseife für die Ferienwoche im Waldhäuschen, Putzschwämme und Ohrenstäbchen für zu Hause, Schokolade und ein Blümchen zum Verschenken. Ein Buch für die Urlaubswoche brauchte ich auch noch, aber im Buchladen herrschte nicht die richtige Stimmung zum Stöbern; der Laden ist an den besten Tagen schon eng und vollgestopft; dass heute gleich drei Mitarbeiter in den Gängen herumstanden und offensichtlich anderes zu tun hatten, als etwaige Kunden freundlich zu begrüßen oder gar zu beraten, ärgerte mich. Also ging ich wieder und bestellte meine Lektüre online.

Außerdem sichtete ich meine Mails, die schon den ganzen Tag piepsend auf dem Handy eingegangen waren, nochmal ordentlich am Computer. Die Kursleiterin des Sechzehnjährigen bekam die Rückmeldung, dass ich gerne die Kurs-Kasse verwalte, wenn es nach dem morgigen Kuchenbasar etwas zu verwalten gibt; außerdem suchen wir gerade ein Urlaubshäuschen in Dänemark für nächsten Sommer (groß, vier Schlafzimmer, überdachte Terasse, zwei Bäder, nah am Meer, nicht gar zu teuer, schattiges Grundstück): vier entscheidungsbeteiligte Erwachsene, viele Mails mit Links und Hinweisen, niemand möchte etwas entscheiden, was den anderen dann vielleicht nicht passt, das ist etwas anstrengend.

Dann war es siebzehn Uhr, der Sechzehnjährige verkündete, dass er jetzt für den Kuchenbasar backen würde (den allerbesten Kirschkuchen der großen Schwester, der fast so gut ist wie der Kirschkuchen meiner Mutter, von dem leider kein Rezept erhalten ist) und ich leistete ihm in der Küche Gesellschaft und schnippelte einen Salat (Rote Beete, Lauchzwiebeln, Paprika, Melone, Rukola, Feta, seeeeehr lecker). Gegen sechs war der Kuchen im Ofen und das Abendbrot fertig. Die Küche nach all den Aktivitäten wieder schön zu machen, blieb an mir hängen, weil der Sechzehnjährige heute seinen Jugendabend hat. Das ist inzwischen erledigt und die Wohnung duftet nach dem wohlgeratenen Kuchen.

Coming up: Eine Runde abendlicher Entspannungssport, ein Telefonat mit dem Hannoverliebsten und vielleicht eins mit meinem Vater, ein paar Minuten Dänisch lernen in der App. Dem Sog der Serien in der Mediathek wiederstehen. Früh ins Bett, dort wartet ein halbgelesener Krimi von Elizabeth George. Sehr gut schlafen.

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