Es novembert, draußen und drinnen

Fürs Wochenende hatte ich mir nochmal eine Wanderung in Brandenburg vorgestellt, letzte Pilze, letztes Herbstlaub, tief atmen und so; außerdem ein gemeinsames Frühstück mit der anderen Mitmutter. Es wurde dann alles ganz anders.

Die Mitmutter fuhr an die Ostsee, letztes Herbstlaub und so; aus der Wanderung wurde wegen zeitintensiver Schulaufgaben nur ein Ausflug in den Britzer Garten mit dem Zwölfjährigen. Ein kurzfristiges verabredetes Telefonat mit der Patentante des Zwölfjährigen kam nicht zu Stande, weil ihr Smartfone mich sofort zur Mailbox durchstellte und ihr dann weder Anruf noch Nachricht anzeigte. Technik ist doof. Selbst mal anrufen hätte sie trotzdem können. Die Nachbarin, mit der ich spontan eine Waldrunde drehte, hatte Redebedarf, also stellte ich ein Ohr zur Verfügung und nahm meinen Wunsch nach selber auch reden und fröhlich herumalbern wieder mit nach Hause. Später gab es beides mit der großen Schwester am Telefon und noch später mit dem Hannoverliebsten, das war fein.

Bedrückt und lustlos in die Woche gestartet. Auf der To-Do-Liste sammelten sich Papierstapel, für die ich einfach keine Energie aufbringen konnte, stattdessen nur kleine, konkrete Tätigkeiten: Kleidersäcke zum Container gebracht, Blumenkästen zum Überwintern in den Keller gestellt, mehr Salat geschnippelt, aus den restlichen Äpfeln Apfelmus und zweimal Kürbissuppe mit Äpfeln gekocht (sehr lecker – ich dachte, dass ich garnicht der Kürbissuppentyp bin, aber es hat wohl nur am richtigen Rezept gefehlt).

Der Sechzehnjährige hatte sich von einer Veranstaltung-mit-Jugendlichen eine Erkältung mitgebracht und blieb einen Tag zu Hause; der Zwölfjährige schrieb Matheolympiade und ich stellte mich wie im letzten Jahr zur Mithilfe bei der Korrektur zur Verfügung. Immerhin eine Entscheidung, eine lange Liste mit anderen (Möchte ich viel Geld für eine sehr kurze Weiterbildung ausgeben? Brauche ich eine andere Zahnzusatzversicherung, als die, die ich schon habe? Was schenke ich bloß allen zu Weihnachten und werden meine Kinder es akzeptieren, wenn sie dieses Jahr erstmals nicht den traditionellen Adventskalender mit den selbstgenähten Beutelchen bekommen? Wie dringend möchte ich meine Autofahrkünste auffrischen, wenn ich nicht vorhabe, mir ein Auto anzuschaffen? etc.) wartet noch.

Auf der Seele liegen außerdem die Flüchtlinge an der polnischen Grenze. Dieser Klimagipfel. Und die Coronazahlen, ach. Der liebste Freund weiß, dass in Berlin jetzt alle Anspruch auf eine Booster-Impfung haben und siehe da: Es ist gar kein Problem, einen Termin für Anfang Dezember in einem der beiden noch geöffneten Impfzentren zu buchen, der mich sofort nervös macht: Werde ich bis dahin gesund bleiben? Muss ich wieder einen oder zwei Tage mit Fieber einplanen? Trotzdem eine klare Entscheidung, ich will diese Zusatzimpfung, wenn die Möglichkeit besteht.

Und stellen Sie sich vor: unser Waldhäuschen – in dem wir seit zehn Jahren immer in den Herbstferien Zeit verbracht haben, das eigentlich gefühlt nur für uns da steht – ist im nächsten Herbst schon ausgebucht. Es muss ein Plan B her, dafür ist es vielleicht sowieso an der Zeit. Aber wissen wir, ob man dann z.B. nach Paris reisen kann – was der Sechzehnjährige sich wünscht – oder ins Baltikum – worauf ich gerade viel Lust bekomen habe?

Heute morgen dann die Auflösung: Die allgemeine Energielosigkeit kam wohl daher, dass ich mich beim Sechzehnjährigen angesteckt habe, bin nun auch ordentlich erkältet. Kein Corona, sagt der Test; das war auch das Ergebnis beim Sechzehnjährigen. Der Kopf brummt ordentlich, also krankgemeldet. Fahrt nach Hannover verschoben, das drückt die Stimmung noch mehr. Geschlafen, gelesen, Kürbissuppe gegessen, vertrocknete Sahnereste unklarer Herkunft aus dem Kühlschrank geputzt. Viel, viel heißer Tee.

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