Schlagwort-Archive: Alltag

WmdedgT – 1/2020

Kaum beginnt das Jahr, ist auch schon wieder WmdedgT-Tag. Frau Brüllen lädt uns alle ein, zu erzählen, was wir alle eigentlich den ganzen Tag machen – und alle, die mitschreiben, finden sich hier.

Ca. 3 Uhr. Ich bin kurz wach und stecke meinen Wecker unters Kissen, damit er später nicht die Kinder gleich mit wachklingelt. Gestellt ist er auf 5.45 Uhr, der Zehnjährige spielt bei einem Schach-Turnier mit, das ist in Potsdam, der Weg ist weit, die Gruppe muss um sieben Uhr schon losfahren.

6.15 Uhr. Irgendwas piept ganz leise unterm Kissen. Au weia, verschlafen. Schnell in die Küche, eine Trinkflasche spülen und füllen, die allerletzten Lieblingsplätzchen in eine Dose stecken, zum Mitnehmen. Ich setze Wasser auf, mache schon mal die Tür zum Zimmer des fest schlafenden Zehnjährigen auf, stelle Müsli auf den Tisch und schäle eine Birne, die er sowieso nicht essen wird. Aus Prinzip.
Dann versuche ich, mein murrendes Kind wachzustreicheln. Ich brauche auch nur ungefähr vier Anläufe. Wir frühstücken schnell, ziehen uns an, ich fahre dem Zehnjährigen mit der Bürste durch die Haare und packe die Trinkflasche in seinen Rucksack. Zähneputzen, losgehen, Fahrscheine nach Potsdam müssen wir ja auch noch kaufen.

Die Stadt schläft noch tief und fest, als wir zur S-Bahn gehen. Nur die anderen Schachspieler sind schon wach, sammeln sich auf dem Bahnsteig, lächeln sich zu. Sie wissen, welche Tapferkeit es verlangt, in den Ferien drei Tage lang so früh aufzubrechen. Gemeinsam mit einer anderen Mutter winke ich der Bahn hinterher, wir wechseln noch ein paar Worte. Ich nehme vom Bäcker zwei Brötchen mit und gehe wieder nach Hause. Im Osten wird der Himmel ganz langsam hell.

Der Vierzehnjährige hat unseren Aufbruch heute verschlafen, also lege ich die Brötchentüte ab und falle selber auch wieder ins Bett.

8.50 Uhr. Der Vierzehnjährige steht auf. Wir kochen – und teilen uns – das eine Ei, das sich im Kühlschrank noch findet, essen die beiden Brötchen und die für den Zehnjährigen geschälte Birne auf. Irgendjemand hat über Nacht schon wieder das ganze Geschirr benutzt und in den Abwasch gestellt, aber ehe ich den Vierzehnjährigen auch nur bittend ansehen kann, winkt er schon ab und meint, er würde mir viiiiiiel lieber alles andere helfen, wenn er nur nicht abwaschen muss.
Weil ja in zweieinhalb Wochen der französische Austauschschüler kommt und dann alles schön aussehen soll, habe ich beschlossen, dass heute Fensterputzen angesagt ist, und nutze das Hilfsangebot des Vierzehnjährigen gleich mal dafür aus. Zusammen kriegen wir es sogar hin, den großen Querflügel des Fensters im Zimmer des Zehnjährigen zu reinigen, den man aushängen muss und dann von außen trotzdem nur von der obersten Leiterstufe aus erreicht, wenn man sich sehr, sehr weit aus dem Fenster lehnt. Das Experiment glückt, und bis zum Mittag habe ich zwei weitere Fenster geputzt, ein paar nicht mehr so gut riechende Adventszweige entsorgt und sogar meine Haarbürste saubergemacht. Es ist Luxus, sich um unwichtige Dinge kümmern zu können, Ferienluxus!

11.30 Uhr. Ich spiele mit dem Vierzehnjährigen eine Partie Reversi und muss leider eine Niederlage einstecken – schon die zweite in diesen Tagen, dabei habe ich mich in diesem Spiel mal für relativ unbesiegbar gehalten. Grrrr.
Ich koche – Linsen, Rosenkohl, Hirse – und wir essen. Der Vierzehnjährige wünscht sich noch eine Partie Scrabble (wir haben viel Freude an „Käsequote“ und „Keimteig“, wir spielen sowieso, ohne Punkte aufzuschreiben), hinterher sinke ich aufs Sofa und bin eingeschlafen, ehe ich auch nur eine einzige Whatsapp-Nachricht beantwortet habe. Kurz vor zwei werde ich wieder wach und verabrede mich mit der anderen Mitmutter auf einen Spaziergang im Stadtwald. Wir nehmen uns unterwegs vor, dieses Jahr ganz, ganz bestimmt unbedingt beide wieder tanzen zu gehen, vielleicht finden wir ja sogar einen Kurs, den wir gemeinsam besuchen können. Gegen drei bin ich wieder zu Hause, die Schachkinder sind noch nicht zurück. Ich suche für die große Schwester ein Rezept aus dem Internet und schicke es ihr, mache mir einen Kaffee, stelle die erste Waschmaschine seit Weihnachten an.

Ungefähr um vier ist der Zehnjährige zurück, er hat insgesamt 2,5 von 5 Punkten erreicht und ist zufrieden. Und extrem erschöpft! Ich heile seine Erschöpfung mit ein paar Honig-Toastbroten, und danach spielen wir das neue Weihnachtsspiel, Halali. Drei Runden reichen nicht aus, um mich für den Kampf zwischen Jägern und Holzfällern auf der einen, Bären und Füchsen auf der anderen Seite zu begeistern. Irgendwie verliere ich immer, das Spiel verlangt zu viel Vorausdenken, das hat der Zehnjährige gerade zweieinhalb Tage lang geübt.

Dann Abendessen. Hinterher bereite ich in der Küche alles für Montagmorgen vor, wir müssen alle drei früh los. Die Kinder spielen so lange an ihren Handys und haben sich auch noch eine halbe Stunde Fernsehen gewünscht. Während der Zehnjährige sich danach ins Bad trollt, schaue ich mit dem Vierzehnjährigen noch Tagesschau. Bedrückende Bilder aus Iran und Irak. Der Vierzehnjährige würde sehr, sehr gerne noch Tatort gucken, aber ich weiß schon, dass ich ihn nach einer halben Stunde da nicht mehr losgeeist kriege. Außerdem bin ich zum Telefonieren verabredet. Also schalte ich den Laptop aus und schaue mein Handy auf Nachrichten durch. Der Vierzehnjährige macht sich bettfertig und darf noch lesen.

21.00 Uhr. Die aus Berlin verzogene Mitmutter ruft an – monatelang haben wir nichts voneinander gehört, jetzt gibt es viel nachzuholen.

22.30 Uhr. Ich stelle das Telefon auf die Ladestation zurück, die Heizung und das WLAN ab. Bad, Buch, Bett. Zu müde zum Lesen, also Licht aus. Der Wecker steht wieder auf 5.45 Uhr.

WmdedgT – 5.12.2019

Ein letztes Mal in diesem Jahr lädt Frau Brüllen uns zum Tagebuchbloggen ein. Alle Texte dazu finden sich hier.

Gegen halb sechs drifte ich ganz langsam aus einem Traum ins Wachsein. Ich könnte noch eine Stunde schlafen – der Vierzehnjährige hat heute erst zur 2. Stunde Unterricht – aber im Kopf beginnt es sofort zu rattern. Ich entwerfe whatsapp-Antworten, ein Blogtext beginnt sich zu formen, Punkte für die heutige To-Do-Liste fallen mir ein. Um halb sieben stehe ich dann doch auf. Unter der Tür des Vierzehnjährige schimmert schon Licht, mir fällt ein, dass ich seine Handynutzungszeit in der App noch nicht von Papawoche auf Mamawoche umgestellt – d.h. jeden Tag um eine halbe Stunde reduziert – habe, also mache ich das schnell. Dann Bad.

Um Viertel nach sieben bringt der Vater meiner Kinder die Sachen vom Zehnjährigen vorbei, der nach der Schule bei mir eintrudeln wird. Halb acht ist Frühstück, das ist wunderbar spät, der Vierzehnjährige räumt den Tisch ab, während ich schon zur Arbeit losgehe. In der S-Bahn beantworte ich ein paar Handynachrichten, aber eigentlich ist es viel schöner, aus dem Fenster zu schauen, denn der Morgen ist blassblau und sonnig.

Im Büro ist Donnerstagmorgen die beste Zeit, um meine Orchideen zu wässern. Dabei treffe ich in der Küche eine Kollegin – auch alleinerziehend, mit Kindern im gleichen Alter wie ich – , mit der ich kurz austausche, wie viele Klassenarbeiten die Kinder noch schreiben müssen, wie die Stimmungslage in ihrer und meiner Abteilung ist und wer an Weihnachten voraussichtlich wie viel Urlaub nehmen kann. Im Posteingang 3MB Mails mit Arbeitsaufträgen, die mich bis mittags beschäftigen. Kantine. Weiterarbeiten. Trotz Kaffee überfällt mich eine grässliche Müdigkeit, und der undefinierbarer Ziegelstein, der als Nudelauflauf getarnt in meinem Magen gelandet ist, liegt dort so schwer, dass ich auf den Geburtstagskuchen der Kollegin im Büro um die Ecke und auf den von der Geschäftsleitung als kleines Advents-Event ausgegebenen Glühwein lieber verzichte.

Arbeitsende pünktlich um drei, aber nur, weil heute noch Weihnachtsfeier in der Schule des Zehnjährigen ist. Also schnell nach Hause. Der Himmel schon wieder blassblau, die Sonne beleuchtet die vielen Rohbauten entlang der S-Bahn – Eigentumswohnungen, die sich niemand, den ich näher kenne, wird leisten können – jetzt von der anderen Seite. Ich besorge zwei Baguettes. Zu Hause lege ich mich kurz hin und hoffe, die Müdigkeit durch ein Feldherrenschläfchen in den Griff zu bekommen, aber der Vierzehnjährige kommt nach ungefähr einer halben Minute ins Zimmer, um aus den neben meinem Bett gestapelten Plätzchendosen einen neuen Teller voller Naschwerk zusammenzustellen und der Zehnjährige kommt dazu, um sicherzustellen, dass von seinen Lieblingssorten auch genug Plätzchen auf den Teller kommen. Wisst ihr, in was Mütter sich verwandeln, die nicht genug Schlaf bekommen?, ächze ich mit halbgeschlossenen Augen – in schreckliche Monster! – Meine Kinder kichern. Statt Schläfchen setze ich also Kaffee auf. Ich schneide Baguette, hole das vorbereitete Blech mit Datteln im Speckmantel vom Balkon und stecke es in den Ofen, packe Käsecremes, Geschirr, Spiele zusammen. Der Zehnjährige hat in der Papawoche kein Schulessen für Dezember bestellt, das schaffen wir auch noch, bevor wir uns wieder anziehen und uns auf den Weg zur Schule machen.

Gegen halb sechs trudeln Eltern und Kinder erwartungsvoll im Speisesaal der Schule des Zehnjährigen ein. Er ist stimmungsvoll mit Lichterketten geschmückt, es sind Tische gestellt und Plätzchen auf Tellern arrangiert; es gibt Fotos vom Wandertag, den leckersten Schokoladenkuchen, den ich je gegessen habe, und Gelegenheit, mit verschiedenen Eltern ins Gespräch zu kommen, von denen ich erst ganz wenige kenne. Die Kinder toben unterdessen auf dem Schulhof herum und spielen im Dunklen Verstecken und Fange. Nach zwei Stunden knipst der Klassenlehrer unbarmherzich das Deckenlicht an, bittet um Hilfe beim Aufräumen und freut sich sichtlich auf seinen späten Feierabend. Der müde Zehnjährige klagt mir in der S-Bahn sein Leid – diese oder jene Klassenarbeit könnte schlecht ausgefallen, seine mündliche Mitarbeit nicht ausreichend für eine gute Note sein und in seiner Klasse sei er auch nicht glücklich gerade. Meinem müden Kind erscheint die ganze Welt düster; gut, dass wir bald zu Hause sind. Dort muss noch der Ranzen gepackt und „Mathe im Advent“ und „Physik im Advent“ gemacht werden, während ich spüle und der Vierzehnjährige über die Reste herfällt, die wir vom Buffet wieder mit nach Hause gebracht haben.

Der Vierzehnjährige putzt noch seine Schuhe, der Zehnjährige schafft das nicht mehr und handelt mit mir eine Verschiebung des Nikolaustages aus. Meinetwegen, sage ich, und der Vierzehnjährige bietet an, die Schue des Zehnjährigen mitzuputzen (für fünf Euro? drei? einen?), aber der spart sein Geld und bestellt den Nikolaus für Sonntagmorgen. Ich bringe ihn schnell ins Bett. Dann sinke ich selbst aufs Sofa und schaue fern. Ungefähr alle fünf Minuten rufe ich: Vierzehnjähriger! Du musst jetzt ins Bett! – und irgendwann geht er sogar.

Dann nur noch ich. Stille. Bloggen. Gute Nacht!

Was ich mir wünsche (Dezember 2019)

Zwei oder drei gute Bücher für die dunklen Abende.
Und Abende mit Freunden, lachend, erzählend.
Keine Katastrophen in den Nachrichten morgens
um sechs Uhr dreißig. Stattdessen ab und zu Wunder.
Zeit zum Schreiben, im Kopf genug Raum für ein paar neue Gedanken.
Jeden Tag jemanden anlächeln, der das Lächeln erwidert,
und in der S-Bahn einen Sitzplatz weit weg von dem, der schon wieder
so laut seine Nase hochzieht.
Einmal wenig genug erkältet,
um in die Sauna zu gehen, und dann am liebsten
einen Aufguss mit Grüntee und Zitrus.

Zwischen Büro und Schulweihnachtsfeier ein bisschen Stille.
Eine geschenkte Stunde an Tagen, an denen die Kinder
für Sprachklassenarbeiten lernen. Anrufe und Mails statt Whatsapps.
Dass weder Toilettenpapier noch Geduld im falschen Moment ausgehen
(und der Sauerstoff uns über den Winter reicht und gerne viel Regen).
Einen Euro in der Tasche für jemanden, der mich bittet.
Vielleicht einen Weihnachtsmarkt besuchen, ganz früh,
wenn die Buden erst öffnen,
und abends
in fremden Fenstern Herrnhuther Sterne und über den Dächern
den Orion sehn.

Einen Weihnachtsbaum (der darf auch schief stehn),
noch Geschenkideen für Menschen, die mir lieb sind. Bitte
kein Kaufhaus
betreten müssen (und wenn doch, dann nur die Abteilung
mit der Sockenstrickwolle) – und dem Paketboten,
der mich freundlich grüßt seit er mir mal ein Möbelstück in den Keller geschleppt hat,
einen Weihnachtsgruß geben.
Dass am Heiligen Abend die Kinder irgendwann hochglücklich einschlafen.
Ein bisschen Feuerwerk am Silvesterhimmel, funkelnde Räder; jemanden,
der mich umarmt und die richten Wünsche weiß, und
dass der Sekt gut schmeckt und dass später die Ohrstöpsel halten.

Von vorn

Die Ferien sind vorbei. Keinen richtigen Urlaub zu haben, hat mir gefehlt, das möchte ich nächstes Jahr wieder anders. Trotzdem war es schön, länger schlafen zu können, mein Müsli morgens auf dem Balkon zwischen Ringelblumen, Sonnenhut und reifenden Paprika zu essen und die Windenblüten zu zählen. Ich hatte auf zwei Zetteln schöne Unternehmungen und Projekte oder Pflichten sowohl für die drei Ferienwochen mit meinen Jungs als auch für meine drei Ferienwochen allein aufgeschrieben. Die meisten schönen Dinge, die ich mit den Kindern vorhatte, haben wir gemacht. Die meisten Dinge, die ich selbst gern gemacht hätte, sind nichts geworden. Aber dafür war ich spontan in Dänemark, am Meer, das war wunderbar.

Mit meinen Söhnen galt es, das Familienleben neu auszutarieren. Was kann ich fordern, wo möchte ich loslassen – gelassener werden – und gerade den Vierzehnjährigen selbst Verantwortung übernehmen lassen? Was brauche ich selbst, um einen freien Tag mit den Kindern schön zu finden? Und vor allem: Was möchte ich selbst gern tun und woher nehme ich die Freiheit dafür? Diese Fragen nehme ich ins neue Schuljahr mit, in dem ich mich schon am ersten Tag wieder in die Basis-Versorgungsstation der Familie mit Rundum-Service verwandle, Kleidung, Essen, Sauberkeit, Regeln, Struktur, Unterschriften, ein offenes Ohr, Zärtlichkeit und die Erfüllung von Wünschen bereitstelle.

Der Vierzehnjährige verbringt die erste Schulwoche im Jugendhaus der Kirche mit der Jungen Gemeinde. Das freut mich, auch wenn die Kinder vielleicht zu wenig schlafen und deshalb ein wenig holprig ins neue Schuljahr starten werden. Aber ich bekomme am Montagmorgen – nach der ersten dort verbrachten Nacht – eine begeisterte Sprachnachricht; anscheinend hat der Vierzehnjährige eine Menge Spaß. Nachmittags kommt er vorbei, es sind Bücher einzubinden, Formulare auszufüllen, Schulsachen für den nächsten Tag zu holen. Dann schwirrt er wieder ab, selbständig, mein großes Kind.

Den Zehnjährigen habe ich am Morgen zum ersten Mal in seiner neuen Schule abgeliefert. Gegen neun ist die S-Bahn dorthin angenehm leer, die Straße morgensonnig, Cafés haben geöffnet, an einem Spielplatz mit Tischtennisplatte kommen wir vorbei, an einem Eiscafé, an einem indischen Restaurant. Auf dem Weg schon lernen wir ein Kind aus der neuen Parallelklasse kennen und seinen Vater. Vor dem Schultor mache ich schnell ein Foto von meinem kleinen großen Sohn, bevor wir uns auf die Suche nach dem Klassenraum begeben und ich mich verabschiede. Zwei Stunden Homeoffice, dann hole ich ihn wieder ab, der erste Schultag ist kurz. Eigentlich müsste ich jetzt noch bis zum Abend arbeiten; drei Stunden zusätzliche Wegezeit passen eigentlich nicht in einen Tag, der kein Urlaubstag ist. Aber das wird sich einspielen, der Zehnjährige wird seinen Schulweg bald allein bewältigen können und die Schultage werden spätestens in zwei, drei Wochen ihre übliche Länge erreicht haben, die es Eltern erlaubt, „zwischendurch“ auch berufstätig zu sein.

Auf dem Smartfon, dass der Zehnjährige jetzt bekommen hat, um im Klassenchat Anschluss zu finden und per Öffi-App den Heimweg auch an den vielen Tagen zu finden, an denen die Berliner S-Bahn unzuverlässig ist, habe ich eine Kindersicherungs-App installiert; wir sind noch im Prozess des Experimentierens – wie viel darf jeden Tag gespielt werden; wie viel darf jeden Tag gechattet werden und was muss immer erlaubt sein, damit wir in Kontakt bleiben können, wenn er in der Stadt allein unterwegs ist. Der Vierzehnjährige hat ein Handy anderer Marke und konnte die App nach wenigen Tagen selbständig deinstallieren. Dabei fällt es gerade ihm schwer, sich von Handyspielen loszureißen und um das kümmern, was ihn (jedenfalls nach der unmaßgeblichen Meinung seiner Mutter) wirklich angeht – Schulprojekte, die Bewerbung fürs Schülerpraktikum, Vokabeln.

Am Abend kehrt Ruhe ein. Die Ruhe der Noch-Urlaubszeit: keine Anrufe, keine Nachrichten auf dem Handy. Ich habe mich ein bisschen zu sehr ans Nicht-Kommunizieren gewöhnt; seit wir im letzten Herbst zum ersten Mal allein im Waldhäuschen waren, ist Einsamkeit mein Thema gewesen. Ja, ich hätte gerne wieder so etwas wie ein eigenes Leben. Und Menschen um mich, Erwachsene.

Hoffen auf ein gutes Jahr.

WmdedgT – 6/2019: Konfirmationsvorbereitungen

Schon wieder hat ein Monat begonnen – „Schöne Familienfeste gestalten“ ziehe ich aus dem Kistchen, in dem ich an Silvester für jeden Monat ein Projekt oder einen Vorsatz notiert habe – und am 5. fragt Frau Brüllen wie üblich nach, wie wir den Tag verbracht haben.

Voila:

Aufstehen ist halb sieben, weil der Vierzehnjährige erst zur 2. Stunde Unterricht hat. Wach werde ich wie üblich schon um fünf, mache die Balkontür auf, weil es jetzt eine Chance auf einen kühlen Luftzug gibt, lege mich wieder hin und höre mit einem halben Ohr den Vögeln draußen (das heurige halbwüchsige Krähenküken scheint schon hungrig) und mit dem anderen halben Ohr den Sorgen drinnen (die sich die To-Do-Liste für die Konfirmation am Sonntag vorgenommen haben) zu.

Halb sieben stelle ich froh fest, dass ich nochmal geschlafen habe.

Ich gehe schnell ins Bad, weil ab sieben die Lieferung des Einkaufs für die Konfirmationsbäckerei ansteht und mache dann Frühstück für den Vierzehnjährigen und mich. Nebenbei entwickeln wir einen Plan, wie wir bei angekündigten 26 Grad Celsius sechs Kuchen, zwei Töpfe Suppe, anderthalb Kilo Frischkäse und ungefähr genausoviel Weißkrautsalat – nebst Sekt und Weißwein etc. – von Samstag bis Sonntagnachmittag kühl halten, wenn wir nur einen kleinen Kühlschrank vor Ort zur Verfügung haben. Dann fällt dem Vierzehnjährigen ein, dass er schon eine Bücherliste fürs neue Schuljahr hat und dann, dass er die von der Schule gestellten Bücher fürs laufende Schuljahr heute abgeben muss. Leichte Hektik, aber er verlässt trotzdem pünktlich das Haus.

Ich habe mir einen Tag Vorbereitungsurlaub genommen und warte deshalb in aller Ruhe auf meinen Einkauf. Nebenbei: Wäsche falten und wegräumen, Anmeldung des Vierzehnjährigen zur Junge-Gemeinde-Woche ausfüllen, diverse Konfirmationsgäste nach ihren Ankunftszeiten fragen, meine Schwestern um das Mitbringen diverser Dinge (Kühltasche, Kühlakkus, Klappkisten) bitten, Mails checken, geschätzte Überlänge des Konfirmationsgottesdienstes wird vom Jugendpfarrer bestätigt, also Ankunftszeit des Caterers nach hinten verschieben, Vermieter der Ferienwohnung anrufen und um fünftes Set Bettwäsche bitten, außerdem nachfragen, ob wir in der Ferienwohnung wohl zwei große Töpfe Suppe im Kühlschrank einlagern können.

Der Einkaufslieferant muss das Kartenzahlgerät im Treppenhaus eine ganze Weile in verschiedene Richtungen halten, bis eine Verbindung zu Stande kommt. Beim Auspacken erst merke ich, dass mir die nicht lieferbare Sprühsahne durch 3 Dosen dubioses Margarine-Cremafinozeugs ersetzt wurden – blöde Idee, hätte ich etwas ohne Sprühen gewollt, hätte ich doch etwas ohne Sprühen bestellt… Sprühsahne kommt also mit auf die Extra-Liste, kurz vor zehn stehe ich an der S-Bahn und fahre ins nächstgelegene Einkaufszentrum. Da im Online-Tool der Deutschen Bahn aus irgendeinem Grund meine bevorzugten Zahlungsoptionen nicht mehr zur Verfügung stehen, gehe ich als erstes zur DB-Fahrkartenagentur und schaue von meinem Platz in der Warteschlange aus geduldig einem älteren Herrn zu, der eine eher komplizierte Verhandlung mit der Angestellten führt. Einige Zeit später führe ich eher komplizierte Verhandlungen mit der Angestellten, die die Wartenden in der Schlange hinter mir die Augen verdrehen lassen. Ich möchte eigentlich nur eine Fahrkarte nach Thüringen, aber ich bin daran gewöhnt, alle Optionen auf dem Bildschirm vor mir zu haben und erst ganz zuletzt eine Entscheidung über Sitzplätze, Spar-, Superspar-, Extrasuperspar- und Cityticket-Angebote treffen zu müssen. Also verwirre ich die Angestellte durch Nachfragen und Umentscheiden, dann vergisst sie eine Änderung, die Karten müssen storniert und neu ausgedruckt werden – und hinterher habe ich auch noch das Gefühl, dass das Ganze online ganz bestimmt weniger gekostet hätte.

Als nächstes brauche ich eine Chormappe in schwarz für den kleinen Auftritt im Konfirmationsgottesdienst, das ist einfach, und dann verschluckt mich die Riesen-Einkaufshalle, in der es ganz bestimmt alles gibt (sogar gelbe Götterspeise für eine experimentelle Zitronentorte und Sprühsahne sowieso), in der ich aber längere Zeit herumirre, weil ich sonst nie hier einkaufe und außerdem auch nur Dinge auf der Liste habe, die ich normalerweise nie brauche. Trotzdem bin ich gegen elf schon wieder zu Hause. Ich halte einen ganz kleinen Schwatz mit der alten Dame von gegenüber, die sich noch ein wenig auf ihrem Balkon aufhält, bevor sie die Jalousien schließt und sich vor der Hitze schützt. Ich muss gleich nochmal los, ich brauche noch sieben Kleinigkeiten aus diversen Läden im Kiez und freue mich, dass alles erhältlich ist – sogar dunkelblaue Füßlinge passend zu meinen allerfeinsten neuen Schuhen. Zwischendurch schaue ich bei der Mitmutter im Allesladen vorbei, aber die muss arbeiten, der Chef steht hinter ihr, wir verabreden uns nur kurz auf einen Kaffee für Donnerstagmorgen.

Gegen zwölf bin ich wieder in meiner kühlen Wohnung. Der Vierzehnjährige hat heute hitzebedingt verkürzten Unterricht und schon angekündigt, dass er nicht in der Schule essen, sondern von mir bekocht werden möchte. Ich bereite Bohnensalat vor und werfe Thüringer Bratwürste in eine Pfanne, als das Kind eintrifft und bestätigt, tatsächlich sehr hungrig zu sein. Ich feiere meinen Urlaubstag mit einem kleinen Mittagsnickerchen, anschließend koche ich mir einen Kaffee und zwinge bringe den Vierzehnjährigen dazu, sein Zimmer aufzuräumen, weil morgen jemand zum Putzen kommt. Aufräumbedingt füllt sich der Wäschekorb, also stelle ich eine Maschine Wäsche an. Der Vierzehnjährige geht zum Friseur, sieht hinterher angemessen schick aus und übt wie abgesprochen Schlagzeug. Ich habe derweil noch eine Verabredung mit einigen Schmuddelecken in der Küche, unter anderem dem Küchensiphon, der häufiger mal gereinigt werden muss, seit ich möglichst viel Wasser, das sonst beim Gemüsewaschen oder vor dem Abwasch einfach abgeflossen wäre, für meinen Balkon auffange. Ein paar Absprachen mit dem Vater der Kinder sind auch noch zu treffen, denn der Zehnjährige kommt am Donnerstag von der Schule zu mir und hat hitzebedingt wie sein Bruder zeitigeren Schulschluss.

Irgendwann sind aber die meisten Dinge erledigt. Der Vierzehnjährige und ich setzen uns mit einem Teller voll Melonenstücken und Erdbeeren auf den Balkon, wir haben Zeit für ein Spiel und am Abend – nachdem der Vierzehnjährige noch mit ganz wenig Murren sämtliche Pflanzen auf dem Balkon gegossen hat – für einen Krimi aus der Mediathek. Vorher ist noch kurz die große Schwester am Telefon; hinterher – als der Vierzehnjährige schon im Bett liegt – der liebste Freund.

Und dann sitze ich draußen auf dem Balkon, es dämmert, die Luft kühlt ab, Fledermäuse schwirren. Eine halbe Hilfe-für-schlaflose-Zeiten-Tablette einnehmen. Drei Seiten lesen. Schlafen.

Achtung Baustelle

Im Bad rostet der Heizkörper. Im Wohnzimmer ist der Dielenlack durchgescheuert, obwohl ich Filzgleiter unterm Stuhl habe. Der Zehnjährige bekommt demnächst Bescheid, ob er schon nach der 4. Klasse aufs Gymnasium wechseln kann, und ich weiß noch immer nicht, ob das eine gute Idee ist. Ich meine: 80 Minuten zusätzliche Wegezeit (fast) täglich für mich für geschätzt ein Jahr, wie wiege ich das ab dagegen, dass er dort vermutlich keine dummen Bemerkungen hört, wenn er gute Noten schreibt? Falls er noch gute Noten schreibt, wenn er etwas dafür tun müsste. Der Vierzehnjährige jedenfalls erklärt, dass er keinerlei Grund mehr sieht, sich für die Schule anzustrengen. Ich bin zu kritisch mit ihm, das weiß ich, und mache eine entsprechende gedankliche Notiz: Nicht mehr so kritisch sein. Mehr loben. Am Vorabend des 1. Mai fahre ich mit dem Zehnjährigen seinen theoretischen zukünftigen Schulweg ab, mit Stoppuhr. Auf dem Rückweg liegt ein Schuhladen, in dem finden wir schwarze Kompromissturnschuhe, die der Zehnjährige zur Konfirmation anziehen kann. Am 1. Mai drucken wir Tischkärtchen für die Konfirmation und ich mache mich auf die Suche nach einer realisierbaren (und superleckeren, beeindruckenden) Kuchenkombination. Der Elektriker muss außerdem kommen und sich meine nicht einsatzbereite Multimediadose ansehen, weil das DSL-Upgrade auf eine schnellere Leitung nicht zum Neukundentarif zu haben ist, die Umstellung auf Kabel aber schon (Schwachsinnige Preisgestaltung!). Leider versteckt sich die Multimediadose hinter einem Schrank voller Dokumenenordner. Der liebste Freund, den ich anstellen wollte, mir beim Schranrücken zu helfen, wird leider gerade an diesem Tag krank. Sollte hier irgendwann eine – rein hypothetische – Playstation angeschafft werden, brauchen wir nicht nur ein schnelleres Internet, sondern auch einen Standort für den – hypothetischen – Fernseher, also gipse ich die Dübel vom Wandregal, das nicht mehr ganz stabil ist, seit mir vor längerer Zeit eine schwere Teppichrolle draufgefallen ist, recht und schlecht wieder in ihre Löcher. Die restliche Wandfarbe, mit der ich die Löcher überstreichen wollte, ist im Keller verschimmelt und riecht übel. Die Zahnarztpraxis hat zu meinem großen Glück eine neue Kollegin, bei der noch ein Acht-Uhr-Termin zum Begutachten der Füllung zu haben ist, unter der mein Zahn sich gelegentlich unwillig rührt. Der Zehnjährige hat unterdessen sein Sportzeug verloren. Ich müsste eine Ferienwohnung im Weimar buchen, um im Sommer mit meinen Söhnen ein paar Tage in der Nähe meines Vater zu verbringen, aber der Vater meiner Kinder lernt für eine Weiterbildung und kann deshalb meine Mail nicht beantworten, in der ich eine Wochenendaufteilung für den Aufenthalt der Kinder in den Sommerferien vorschlage. Nicht näher bekannte Mitglieder meiner Herkunftsfamilie mütterlicherseits haben vor gefühlt 20 Jahren einen Antrag auf Entschädigung wegen einer Nachkriegsenteignung gestellt, der nun bearbeitet wurde und auf einmal flattert mir als 54tel-Erbin nicht nur Familiengeschichte um die Ohren (Was war das für ein Urgroßvater und was hat er vor und während des Zweiten Weltkrieges wirklich getan? Kann man dem Amt vertrauen, wenn es mitteilt, festgestellt zu haben, dass es sich nur um einen Mitläufer gehandelt hat?), sondern auch vielseitige Behördenbriefe ins Haus – jedenfalls sobald mir die adress-stabile ganz große Schwester mitgeteilt hat, dass es wieder einen Brief gab und ich – nein: um ehrlich zu sein: die große Schwester – der jeweils absendenden Behörde meine aktuelle Adresse mitgeteilt hat, denn alle beteiligten Ämter haben noch meine Adresse von vor 20 Jahren. Irgendwie muss ich aber auch noch die Gesamtgästezahl der Konfirmation herausbekommen und dem Caterer mitteilen; den Raum besichtigen, in dem wir feiern wollen und daran denken, auch die Fragen zu stellen, die mir dann gerade nicht einfallen. Der Vierzehnjährige bekommt derweil einen Wachstumsschub nach oben, ich kann ihn kaum noch auf die Stirn küssen – und alle gerade neu angeschafften Hosen haben Hochwasser. (Sagt man das noch?) Vermutlich auch die Konfirmationshose.

Zwischendurch stehle ich mich auf meinen Balkon und schaue meine Blumen und Kräuter an. Und atme. Der Zehnjährige und ich haben neulich gewettet, ob wir mehr oder weniger als 40 Pflanzenarten dort anbauen, und dann mussten wir natürlich eine Liste schreiben und sie alle aufzählen. Es sind 44. Wenn ich mal nichts zu tun habe, werde ich zu jeder einzelnen etwas schreiben. Vielleicht.

 

 

Zehn Uhr im Kiez

Morgens um zehn Uhr bin ich fast nie in meinem Kiez unterwegs. Aber heute bin ich krankgeschrieben und mache einen kleinen Genesungsspaziergang, auf dem ich endlich mal diese blöde Pfandflasche zurückgeben, Minen für die Radierstifte der Kinder besorgen und noch ein violettes Stiefmütterchen erwerben möchte.

Über dem PC-Shop an der Ecke lüftet knallrotes Bettzeug in der milden Morgenluft. Auf der anderen Straßenseite schiebt sich eine ältere Dame mit Gehstock Schrittchen für Schrittchen in Richtung Einkaufsstraße. Den Laden für Reinigungsmittel habe ich noch nie betreten, anders als die magengrippengebeutelte Nachbarin, die nach jeder Virenwelle dort ein Reinigungsmittel erwarb, mit dem sie Betten und Geschirr desinfizierte.  Heute wird gerade Ware angeliefert, große Packen gelber Schwämme, Kisten mit Plastikflaschen, die Namen tragen, deren Klang schon beinahe ausreicht, um Keime und Schmutzpartikel die Flucht ergreifen zu lassen.

Im Nagelstudio nebenan beugt sich eine Frau mit Mundschutz hingebungsvoll über eine mit langen Glitzernägeln zu verschönernde Hand. Der Frisör hat noch sein „We are closed“-Schild im Fenster, trotzdem sitzt schon ein Herr im Wartebereich, wo die Glaskaraffe frisch mit Wasser und Orangenscheiben befüllt ist.

Vor der neu eröffneten Sports-Bar reckt sich eine junge Frau in Lederleggins tatkräftig. Auf den Werbefotos in den Fenstern äugen hübsche junge Damen zu hübschen jungen Männern, deren Aufmerksamkeit aus dem Bild hinaus gerichtet ist, vermutlich zu den Sportereignissen, die die Bar zu übertragen verspricht. Gegenüber beim Bäcker stehen ein paar Tische in der Sonne, an denen einzelne ältere Herren Kaffee trinken; einer mit Stars&Strips-Hose und Cowboyhut, ein anderer mit Zöpfchen im langen Bart. Sie sehen aus wie morgendliche Stammgäste, vom Leben mitgenommen und ein wenig einsam.

Aus dem Bekleidungsgeschäft schiebt eine alte Dame ihren Rollator und müht sich damit die drei Stufen hinunter, hinein in ein kleines Ballett aus Kinderwagen und mehr Rollatoren. Der Stau ist entstanden, weil ein Bauarbeiter zwei Absperrgitter auf dem Gehsteig aufgestellt hat; er schleppt ein nach bedrohlichem Lärm aussehendes Gerät herbei.

Vorne an der Ampel, wo die Händler wie jeden Tag ihre Partyzelte aufgestellt haben und neonleuchtende Turnschuhe, Blümchenblusen, Trolleys, Glitzerspielzeug und Pantoffeln feilbieten, die mich an die Gästepantoffeln im Haus meiner Großeltern vor 30 Jahren erinnern, hat eine Kanalreinigungsfirma schweres Gerät aufgefahren und allerhand Schläuche in die Gullys versenkt. Die Kanalarbeiter sitzen auf der Ladefläche ihres Lasters in der Sonne, während die Maschinen ihre Arbeit tun.

Der Schreibwarenladen hat die Kalender für 2019 jetzt für 1,99 Euro im Angebot, sogar die mit den barbusigen – und schon beinahe ein wenig verblichenen – Frauen.

Auf dem Rückweg bin ich versucht, die auf grünem Tüll grasenden Hasen zu zählen, mit denen die Apotheke, der Kiosk und das kleine Fitnessstudio ihre Schaufenster dekoriert haben. Auch der Bäcker steht auf einem Hocker und hängt eine Girlande mit bunten Hasen über die Theke.

Die Sonne – die von ungewohnter Seite über die Dächer scheint – wärmt heute schon herrlich.
(Woran man merkt, dass dieser Text schon letzte Woche entstanden ist, fröstel…)