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Ein Stöckchen!

Ich habe schon manchmal halb misstrauisch und halb neidisch das Blogstöckchentreiben auf den Blogs beobachtet. Jetzt hat Tikerscherk mir doch tatsächlich eins zugeworfen. Danke!

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Die Aufgabe: Sieben Sachen über mich zu erzählen oder zu verraten – und dann die das Stöckchen an sieben liebe BloggerInnen weiterzureichen.

Also gut:

1. Essen und Trinken. Was soll ich denn da nur schreiben, frage ich die Besuchsfreundin, bei der ich zu Besuch bin, als ich die Nachricht vom Blogstöckchen lese, und sie sagt: Dass du gerne Kinderschokolade isst und kalten Kaffee trinkst! Auch wenn ich mich nicht ausschließlich von diesen beiden Dingen ernähre: Recht hat sie. Zu Hause irgendwo noch einen Schluck alten, kalten Kaffee herumstehen zu haben, den ich mal eben austrinken kann, wenn ich heimkomme, finde ich richtig gut. Und wenn meine Söhne Kinderschokolade geschenkt kriegen, ist als erstes eine Natualiensteuer an Mama fällig.

2. Zufälle. Wenn mir die Schokolade ausgeht, fange ich zu grübeln an. Da gerät man unversehens in die Lebensmitte, und immernoch kommt einem – mir – das eigene Leben weder groß vorherbestimmt noch besonders folgerichtig vor. Viele wichtige Dinge haben sich zufällig ergeben: Der Studiengang, von dem ich beim Buchladenjobben hörte und wegen dem ich mein kurioses Magisterstudium (Linguisitik/BWL/Indogermanische Sprachen) von einem Tag auf den anderen aufgegeben habe. Dass die fitteste und netteste Professorin in ebendiesem neuen Studiengang die mit den Zahlenfächern war, woraus sich mein Hardcore-Excel-Broterwerb dann beiläufig ergab. Dass mir eines Tages nach dem Abschluss einer Weiterbildung die Abenteuerlust in den endlich wieder zur freien Verfügung stehenden Kopf gestiegen ist – ohne die ich einen der wichtigsten Menschen nie getroffen hätte.

3. Ordnung. Wahrscheinlich bin ich nicht besonders zwanghaft. Jedenfalls solange nicht, bis hilfsbereite Gäste in meiner Küche hantieren und ich hinterher irgendwas am falschen Ort finde  oder gar lange suchen muss. Wenn das passiert, wird mir klar, dass andere Menschen – Menschen, die ich doch gut zu kennen glaubte! – mir vollkommen unverständliche logische Systeme im Kopf haben: Gläser und Becher gleicher Größe in ein Fach, statt Glas und Keramik zu trennen, nanu? Plastikdosen zu den Tellern??? Und den absolut unentbehrlichen Witscher (auch „Teigschaber“ genannt) zu den Gemüsemessern, wo gibts denn sowas! Aber genau bei diesen Messern müsste doch die Stricknadel sein, mit der ich Kuchen beim Backen ansteche, um zu prüfen, ob sie schon gut sind – wo in aller Welt verflixtnochmal ist meine Stricknadel hingekommen?

4. Dinge. Noch eine Idee meiner Besuchsfreundin: Schreib, dass Du in geflicken Stiefeln herumläufst! Mache ich, stimmt. Ich hänge an Dingen, die ich schon lange besitze, und viele liebe ich gerade wegen ihrer Gebrauchsspuren. Die Beine meines Küchentischs hat vor vielen Jahren die Leipziger WG-Katze zerkratzt. In dem Topf da, dem der Henkel fehlt, hat meine Mutter schon gekocht. Und die angesengten Topflappen da sind aus ihrem alten Bademantel genäht. Ich mag es, von den Geschichten umgeben zu sein, die mir lange vertraute Dinge erzählen. Und gerade Schuhe erleben so viel mit, dass ich es absolut herzzerreißend finde, wenn sie so kaputt sind, dass ich sie wegwerfen muss.

5. Wünsche. Als meine ganz große und um mich und mein Liebesleben besorgte Schwester mich vor etlichen Jahren mal bei Parship zwangsangemeldet hat, habe ich beim Ausfüllen des Profils die Frage nach meinen Wünschen so beantwortet: „Doppelt so viel leben und häufiger ausschlafen“. Das komische Partnerbörsenprofil habe ich am nächsten Tag nach einem erschrockenen Blick in mein Mailpostfach ganz schnell wieder gelöscht. Die Frage nach meinen Wünschen würde ich heute aber noch genauso beantworten. Immer möchte ich mehr, als in 24 Stunden zu schaffen ist. Die nötige Überstunde machen, den Kindern noch das zweite Kapitel vorlesen, endlich Flamenco tanzen lernen, einen Schreibworkshop besuchen, den Dreck da hinter dem Sofa wegmachen, das Buch auslesen und stundenlang mit Freunden telefonieren. Und so weiter. Und heute endlich mal zeitig genug ins Bett gehen, unbedingt!

6. Tages- und Nachtzeiten. Dummerweise bin ich abends aber munter – dann, wenn ich schlafen könnte. Mein schlimmstes Tagestief habe ich, wenn die Kinder ins Bett müssen, die sind nie so müde, wie ich mich gerade dann fühle. Dafür werde ich morgens unausstehlich, wenn ich nicht losspringen und irgendwas tun kann. Menschen, die mit mir verreisen und früh gern in aller Ruhe in die Gänge kommen, schicken mich am liebsten Brötchenholen (zu diesem ganz besonderen Bäcker am anderen Ende der Stadt…), damit sie noch ein paar Minuten ohne meine Ungeduld herumtrödeln können.

7. Furcht. Manchmal verwechsele ich Wörter. Viel zu oft, finde ich, und vor allem, wenn ich mit meinen Kindern rede. Becher statt Tasse. Rucksack statt Rollkoffer. Ach Mama, sagt der Neunjährige, da weiß ich doch garnicht, was du meinst! Irgendwann im Alter nicht mehr klar im Kopf zu sein, mich ausdrücken zu wollen und auf dem Weg vom Gedanken zum Satz immer den falschen Begriff zu erwischen… diese Vorstellung gehört zu meinen wirklich großen Ängsten.

Sooo… Jetzt Ihr! Ich gebe – ohne (sorry!) ganz wirklich gründlich geschaut zu haben, ob Ihr das Stöckchen schon hattet oder vielleicht irgendwo auf Eurem Blog stehen habt, dass Ihr Stöckchen unter gar keinen Umständen haben wollt – weiter an einige Blogs, die ich schätze und gerne lese:

Frau Siebensachen

Wildgans’s Weblog

Cloudette

Leben.Läuft.

Good Word for Bad World

Wortventil

Die Tauschlade

Viel Vergnügen!