Gesehen, gelesen, gehört… im Februar und im März und im April und bis in den Mai…

Eigentlich ein Nachtrag zum Februar: Der Film “Wild Tales”. Sechs Episoden, in denen Menschen total ausrasten, Rache nehmen, sich von ihrem Zorn davonreißen lassen. Warum haben alle, die diesen einen Flug geschenkt bekommen haben, einen gemeinsamen Bekannten? Warum ist eine Reifenpanne im Nirgendwo schrecklich, wenn man vorher beim Überholen den Fahrer des langsamen Autos beleidigt hat? Warum sollte man einem Sprengstoffexperten besser nicht unrechtmäßig das Auto abschleppen? Und warum, warum nur hat der Bräutigam seine Kollegin – die, mit der er mal eine Affaire hatte – zu seiner Hochzeit eingeladen? Spannende Fragen. Beantwortet in ziemlich wilden, spannenden Geschichten.

Madelaine Bourdouxhes Roman “Auf der Suche nach Marie” wurde 1943 zum ersten Mal veröffentlicht. Wie ungewöhnlich ihre Figur der Marie – einer Frau voller Lebendigkeit und Sehnsucht, die, auf der Suche nach sich selbst, neben ihrer Ehe eine Affaire beginnt und daran wächst, stärker und lebendiger wird – damals war, kann ich nur schwer beurteilen. Zwischen den Frauensfiguren, die die Buchläden heute bevölkern, fällt sie jedenfalls angenehm auf. Schön, dass das kleine Büchlein vor etlichen Jahren wieder aufgelegt wurde.

Was wäre ein Haushalt, in dem kleine Jungs leben, ohne Wissensbücher und Wissensfilme? “Wissen vor acht” ist eigentlich gar keine Sendung speziell für Kinder – und an mir bisher völlig vorbeigegangen. Bis die DVDs zur Sendung auf den Geburtstagstischen meiner Söhne aufschlugen. Im Drei-Minuten-Takt werden auf der DVD kleine Fragen beantwortet, zum Beispiel die, warum in aller Welt schlafende Vögel nicht vom Ast fallen. Nein, das wussten wir alle noch nicht. Und es sind sogar noch mehr Fragen dabei, die die Sendung mit der Maus noch nicht beantwortet hatte.

Für die Seele lesen wir Ottfried Preusslers “Das kleine Gepenst” vor, beim Inhalieren mit Mucosolvan und Adrenalin. Das nette kleine Spukwesen mögen wir alle drei lieber als die kleine Hexe und den kleinen Wassermann. Und den Uhu Schuhu so gerne, dass wir auf dem Schulweg einen ganzen langen U-Satz für ihn basteln: “Du, Uhu Schuhu, flugst Du rund um den Ulmenturm und ruhst Du nun Stunde um Stunde unter der lustigen Turmuhr?”

Dass Peter Bieri der wirkliche Name des Romanautors Pascal Mercier ist, habe ich erst herausgefunden, als ich mehr über den Autor des Buches “Eine Art zu leben. Über die Vielfalt menschlicher Würde” erfahren wollte. Lange – und mit Unterbrechungen – habe ich immer wieder an der klugen, anspruchsvollen, aber gut verständlichen Abhandlung weitergelesen, in der der Autor das Phänomen der “Würde” von möglichst vielen Seiten betrachtet und als Möglichkeit beschreibt, “unser stets gefährdetes Leben selbstbewusst zu bestehen”. Auch wenn ich glaube, dass eine Frau die eine oder andere Erfahrung von Würde – oder Würdeverlust – anders gewichtet oder zusätzlich berücksichtigt hätte (ja, doch), ist das Buch eine bereichernde und sehr anregende Lektüre.

Kreuz und quer durcheinander, was es in den letzten Monaten noch so gab:

Filme. “Still Alice”, ganz beeindruckend und an die eigenen Ängste rührend. Und “Hedi Schneider steckt fest” – sehenswert schon allein wegen der Szene, in der die angsterkrankte Frau ihrem Mann vorschlägt, sie könnten doch einen Tag glücklich sein. Und dann sofort wieder unglücklich. Dann, sagt sie, nehmen wir uns nicht so viel vor.

Und Bücher: Marina Keegans “Das Gegenteil von Einsamkeit” (ja, lesenswert!). Noëlle Châtelets “Die Klatschmohnfrau” (schöne kleine Lektüre über einen Neuanfang im Alter). “Geht alles garnicht” von Marc Brost und Heinrich Wefing (Stimmt, geht alles garnicht. Arbeit und Kinder und dann noch etwa ein Hobby wie Schreiben haben zu wollen und dann noch Freunde haben zu wollen. Oder davon zu träumen, sich dann doch noch mal irgendwo zu engagieren oder neue Freunde im Kiez zu finden, weil die alten alle verzogen sind. Geht alles garnicht. – Deshalb hänge ich ja gerade so durch. Drüber lesen macht aber auch nicht froher.). Judith Schalansky: “Blau steht dir nicht” (Kleines, anspruchsvolles Büchlein. Spannend. Wiedererkennungseffekte bei den DDR-Kindheitserinnerungen.) Und Damon Galguts “In a Strange Room” (Reisegeschichten, von ganz weit her, ganz anders).

Rauch

Die S-Bahn streikt. Überfüllte U-Bahnen, die Leute tippen angestrengt in der Öffi-App auf ihren Smartphones herum, wer kein Smartphone in der Hand hat, glotzt seinem Nachbarn auf den Bildschirm.

Der “Helpling”, den ich mir bestellt habe, damit ich meine drei Krankschreibungstage tatsächlich zum Erholen nutze und nicht anfange, die verdreckte Wohnung zu putzen, storniert seinen Termin bei mir, ich sei nicht mit den öffentlichen Nahverkehrsmitteln zu erreichen.

Mein Chef am Telefon: So krank klingst Du garnicht! Kannst Du mal eben dies und das –

Abends beutelt mich der Husten dann wieder, die Ärztin hat Keuchhusten und Lungenentzündung und Allergie ausgeschlossen und mich dann mit einer Krankschreibung in der Hand aus dem Untersuchungszimmer geschoben. Schlafen Sie sich mal aus. Sowas kann ja auch von der Erschöpfung kommen.

Ja, ich bin erschöpft. Schrecke um fünf Uhr morgens mit Herzrasen hoch. Habe wenig Geduld mit den Kindern. Habe immer diese lange Liste im Kopf, dieses muss dringend und jenes müsste eigentlich auch. Das Runterkommen klappt nicht mehr, noch nicht mal die drei Tage zu Hause helfen. Sonst fange ich, sobald die Genesung von irgendwas einsetzt, sofort an, im Kopf Pläne zu schmieden und lange Listen mit Dingen zu schreiben, die ich unbedingt dringend sofort machen möchte – und die ich dann nie schaffe, höchstens halbherzig beginne. Aber immerhin.

Jetzt fühle ich mich, als ob ich sogar das Wünschen verlernt habe.

Er wäre da – irgendwo gleich hier, nur einen oder zwei Schritte entfernt, ich kann es spüren: der Raum, in dem ich irgendwas spannendes mit meinem Leben machen, in dem ich etwas gestalten könnte. Aber ich nutze ihn nicht, ich habe viel zu viel zu tun. Und wenn ich nichts zu tun habe, nehme ich mir schnell etwas vor, aus Angst vor der Leere.

Meine Kinder toben über den Nachbarhof und verschwinden mit ihrem Vater im Hinterhofeingang seiner Freundin. Glücklich sehen sie aus. Für die Tests üben, fehlende Schulmaterialien nachkaufen und den drohenden Kita-Streik mit meinen Arbeitszeiten zusammenbasteln – mein absehbares Programm mit den Kindern, sobald sie wieder zu mir kommen – ist so viel weniger schön.

Ich werde zu einer schrecklichen Gesprächspartnerin (und ihr Name war “maulende Myrte”…) für die Menschen, die mit mir reden.

Ich würde gerne fortgehen, irgendwo an einem Meer sitzen und in die Wellen starren und warten, bis ich mir nicht mehr wünsche, dass alles einfach aufhört. Aber das geht nicht, also muss ich wohl das Gegenteil tun, ankommen nämlich, hier, wo ich bin, und den Dingen ins Gesicht sehen. Meiner Einsamkeit. Meiner Traurigkeit. Meiner Erschöpfung.

Ein Frühlingsdurchhänger. Eigentlich kenne ich das schon. Und weiß, dass ich mich auch wieder besser fühlen werde. Vielleicht bald, vielleicht morgen. Bestimmt morgen schon.

Mama kauft ein Smartphone

Ob ich das wirklich will? Ob ich das wirklich brauche? Zweifel plagen mich, als ich mich ein bisschen eher aus dem Büro schleiche, um zu einem dieser Riesenkaufmärkte zu fahren, deren unterirdische Etagen sich in bisher unerforschte Weiten erstrecken und in denen alles – einfach alles – angeboten wird und in denen die schiere Fülle an 30 Sorten Cheddar mir noch den letzten Appetit auf Käse verderben würde. Aber weil es hier alles gibt, gibt es hier auch das Smartphone, von dem eine Bekannte mir gesagt hat, dass es sich für meine Zwecke bestimmt gut eignen wird.

Und genau diesen Schubs habe ich gebraucht.

Unsicher frage ich an der Eingangstheke nach den Technik-Angeboten. Zum Glück gerate ich an eine Verkäuferin, die von genausoweit oben aus der Zeit gefallen zu sein scheint wie ich; vielleicht ist sie ein paar Jahre älter, ihre Jahre leuchten rot über dem traurigen Verkäuferinnenkittel, sie holt das Objekt meiner Kauflust aus der Vitrine und schaltet es mir sogar ein, obwohl das, wie sie sagt, “sonst nicht gemacht wird”. Ich darf mir also den leuchtenden kleinen Bildschirm angucken, so lange ich ja bloß nix mache, aber ich würde mich sowieso nicht trauen, auf dem kleinen Gerät herumzuwischen, das mich gleich darum bittet, doch diese oder jene Einstellung vorzunehmen.

Kurzentschlossen – und weil die Verkäuferin nicht versucht, mir unverständliche technische Features anzupreisen, sondern meine Sprache spricht und schlicht “das ist kein schlechtes Gerät” sagt – kaufe ich mein allererstes Smartphone. Ich tue das für meine Kinder, rede ich mir ein, die sollen nicht als digitale Analphabeten ins Leben gehen.

Ihre Sim-Karte können sie oben im Elektronikmarkt ausstanzen lassen, verrät mir meine heutige Lieblingsverkäuferin noch. Ich habe noch ein paar Minuten Zeit, ich fahre gleich mal nach oben. Hinter einem kleinen Werbetisch steht ein Mann im Elektronikfachmarktpullover, der schnelles Internet verkaufen soll, aber nicht aussieht, als ob er damit viel zu tun hat, den spreche ich an. Hilfsbereit klappt er mein altes Handy auf und fischt die Sim-Karte heraus, ja, da lässt sich was machen. Sicherheitshalber setze ich mich auf einen Kaffee zum Italiener gegenüber und schreibe alle Telefonnummern aus dem Adressbuch meines alten Handys in meinen Papierkalender ab. Und dann gehe ich mit klopfendem Herzen zurück zu dem freundlichen schnelles-Internet-Verkäufer. Knack, da ist der kleine Chip aus meiner zehn Jahre alten Sim-Karte ausgestanzt. Ungeschickt rupfe ich das Kästchen mit meinem neuen Gerätchen auf, Sim-Karte und Akku werden eingesteckt, und nachdem ich mit zitternden Händen eine gefühlt unendliche Zahl an Fragen beantwortet und das Einrichten einer gefühlt unendlichen Zahl von Accounts und Konten abgelehnt habe, von denen mein oberschlaues neues Smartphone meint, dass ich sie von nun an dringend brauchen werde, finde ich endlich das Adressbuch – es ist heile geblieben. Ich atme auf.

An der Bushaltestelle versuche ich gleich mal, meine erste sms zu schreiben. Bei der zweiten kriege ich das mit den Buchstaben und Satzzeichen dann schon einigermaßen hin.

Meine Kinder sind hellauf begeistert. Mama hat ein Smartphone! Der Zehnjährige guckt mich mit neuer Hochachtung an. Der Sechsjährige erklärt mir, dass es eine Maus-App gibt, bei der man ganz besondere Spiele “mit Wischen” spielen kann, das geht doch nur auf einem Smartphone, ich darf doch dann bestimmt mal spielen, ja Mamiiiie???

Erstmal ist daran nicht zu denken, erstmal muss ich selber mit dem Telefonchen klarkommen. Die Lernkurve ist steil. An diesem Abend vernachlässige ich meine Söhne, finde dafür aber heraus, wie ich zu einer Art Startseite komme, wie ich einen Anruf annehme und wie ich eine kleine Internet-Flatrate buche. Ich googele außerdem aus Versehen “Quinoa”, kaufe beinahe eine All-Inclusive-Flatrate für teures Geld, lade auf der Suche nach einer WordPress-App 1MB irgendwas aus dem Internet herunter, rufe ungewollt den Vater meiner Kinder an und beppe mir ohne Absicht das Browser-App-Logo gleich mehrfach auf einen meiner fünf Startmenübildschirme.

Ruhig, ruhig, rede mich mir bei jedem Missgeschick gut zu, das wird schon. Ich werde einfach eine Liste mit Fragen schreiben und jeden Tag eine davon beantworten. Das muss reichen.

Als ich versuche, in meinem alten Handy noch ein oder zwei unbeantwortete sms nachzulesen, fragt es mich vorwurfsvoll nach seiner Sim-Karte und ist nicht bereit, ohne sie auch nur noch ein Wort mit mir zu wechseln.

Jetzt habe ich nicht nur Herzklopfen, weil ich das Denken neu lernen muss – Denken in ganz neuen Wisch-Bahnen, die sich irgendwer ausgedacht hat, als er all diese unverständlichen Funktionen auf unverständliche Weise in dieses Gerät gepackt hat -, sondern ich habe außerdem noch ein schlechtes Gewissen meinem kleinen, treuen, unverwüstlichen alten Handy gegenüber. Traurig bette ich es aufs Regal.

Und dann schnappe ich mir mein Smartphone und finde raus, wie ich eine App runterlade.

Brandenburg an der Buga

Die Besuchsfreundin lebt seit einiger Zeit in Stadt Brandenburg, und diesmal kommt meinem geplanten Besuch dort auch keine Grippe dazwischen. Zählt man die S-Bahn-Zeit mit, dann wohnt die Besuchsfreundin noch genau so weit entfernt wie vorher; zählt man nur die 25 Minuten Regionalbahnfahrt von Berlin-Wannsee, dann ist es ganz nah, gleich hinter der Stadtgrenze.

Die Stadt Brandenburg ist im Buga-Rausch, das ist gleich zu sehen. Vor dem Bahnhof stehen die ersten von vielen mannshohen, mit Stiefmütterchen bepflanzten Etageren, mit denen die Stadt sich herausgeputzt hat. Bei meiner Freundin liegen Werbeflyer herum, die das komplexe Konzept einer Bundesgartenschau in fünf verschiedenen Orten erläutern; man muss aufpassen, um nicht aus Versehen den Flyer vom falschen Ort benutzen, um den Stadtspaziergang zu planen.

Den machen wir am nächsten Tag, nachdem wir ausgeschlafen haben. Brandenburg erinnert uns beide an andere kleine Städte in Ostdeutschland; an Weimar, an Erfurt. Kleine, hübsche, alte Häuser, viele schon saniert; an den unsanierten sind aus Buga-Gründen entschuldigende Plakate angebracht: “Wir sind in Arbeit”, neben dem Bild einer Frau, die angriffslustig eine Farbrolle schwingt. Durch die Innenstadt bummeln wir zur Jahrtausendbrücke (überhaupt, die Namen hier sind so schön: Trauerberg, Buhnenhaus, Schmerzke, Salzhof, Hohenstücken – ). Riesige Werbeplakate machen noch den letzten Ignoranten auf die Buga aufmerksam, sogar die Elektrokästen sind mit Bildern von Blumen und Pflanzen besprayt. Den Eintritt wollen wir nicht bezahlen, aber wir werfen in der Eingangshalle am Packhof einen Blick auf die vielen Orchideentöpfe, die auf bunten Plastikschiffen stehen; und durch die Tür der extra für die Bundesgartenschau wiederhergerichteten Johanniskirche schauen wir auch mal kurz, dort ist die erste von vielen geplanten Blumenschauen aufgebaut; es riecht gut nach Floristik. Draußen, rund um die Kirche, sind Stiegen mit allerlei blühenden Tulpen aneinandergereiht.

Im Brückenpfeilerhäuschen an der Jahrtausendbrücke ist ein winziges Café untergebracht, unter der Brücke können Kanuten zur Kaffeepause anlegen, auf den Steinstufen daneben laden orangefarbige Sitzkissen und Decken zum Verweilen ein. Sogar orange leuchtende Sonnenschirme mit kleinen Tischchen zum Abstellen der Getränke stecken in der Wiese, und hier holen auch wir Kaffee und Kekse aus dem Rucksack. Am anderen Ufer, gleich gegenüber, steht der “Buga-Skyliner,” der große Turm, dessen Aussichtsplatform, rund wie ein Bagel, alle paar Minuten nach oben gefahren wird, sich dort eine Weile dreht und dann wieder nach unten rutscht. Wir sind zu weit weg, um zu sehen, ob den Leuten bei der seltsamen Fahrt schlecht wird oder nicht, wir wollen das selber lieber nicht ausprobieren. Vor uns schippern die “Buga-Fähren” vorbei, die liebevoll mit Blumen bemalt sind und Fleißiges Lieschen, Pusteblume, Klatschmohn und Frieda (warum eigentlich Frieda?) heißen.

Der Wind frischt auf und weht eins der leuchtenden Kissen ins Wasser, langsam schaukelt es auf der Havel davon. Wir schlendern weiter, durch die vielen kleinen Altstadtstraßen. Ein kleines Elektrogeschäft, in dem die Farben auf den Verpackungen der Auslagen zu diesem typischen Provinzstadtnebenstraßenschaufensterblau verblichen sind, wirbt mit seinem Vorrat an alten Glühbirnen. Im Park steht eine Goethe-Büste mit Zitat – “nur der verdient die Freiheit und das Leben, der täglich sie erkämpfen muss” – alter Angeber, sagt die Besuchsfreundin. Wie immer in fremden Städten schaue ich neugierig auf jedes “Zu vermieten”-Schild; zu diesem oder jenem besonders schönen Haus, das hier fast immer ganz nah an einem der Havelarme steht. Wie das wohl wäre, hier zu leben, in der kleinen Stadt am Wasser?

Am nächsten Tag machen wir einen Ausflug mit dem Fährschiff, raus zur Halbinsel “Malge” im Breitlilngsee. Mehr als eine Stunde lang schippern wir zwischen den grünen Havelufern entlang, die mich von ausgedehnten Paddeltouren träumen lassen; dann hinaus auf den großen See, von dem aus das Land mit seinem fahlbraunen Schilf vom letzten Jahr und seinen frühlingsgrünen Baumgruppen zu einer ganz schmalen Linie zwischen Wasser und Himmel wird. Im Restaurant an der Malge sind alle Tische reserviert; eine reizende alte Dame feiert ihren einhundertsten Geburtstag. Sogar der Hund trägt eine kleine Krawatte und bellt verärgert den Akkordeonspieler an, der die Gesellschaft unterhalten soll.

Wir pikniken am Badestrand und fahren zurück, bevor das Frühlingsgewitter losbricht. Der Regen rauscht noch, als ich wieder in den Zug steige, und rinnt während der Fahrt in weitverzweigten Flusslandschaften über die Scheiben. Die elektronische Anzeige zeigt die ganze Fahrt über 15:57 an, als ob es für immer Sonntagnachmittag bleiben könnte.

In Berlin ist es halb sieben; der Regen ist vorbei, es riecht nach China-Box und heruntergeregnetem Straßenstaub. Zu Hause wartet meine kleine Balkongartenschau, die der Regen umsichtig vor dem Austrocknen bewahrt hat. Die Hornveilchen blühen so schön; die weiße Petunie gewöhnt sich an ihren Standort und setzt vorsichtig Blüten an, die Ringelblumen sind gekeimt.

Und nach Brandenburg möchte ich bald mal wieder fahren. Durch den Umzug meiner Freundin bekomme ich einen neuen Ort geschenkt. Vielleicht wird daraus ja ein Stückchen – ausgelagerte – Heimat.

Frühling

Die Silhouetten der kahlen Bäume verändern sich. Ein ganzes endloses Meeting lang schaue ich aus einem Fenster; hinten rauscht der Verkehr auf der Autobahn vorbei; vorne schaukeln die Platanenfrüchte vom letzten Jahr an den Zweigen, an denen neue, dicke Knospen sitzen.

In der Mittagspause blinzele ich auf einer Bank in die Sonne, verbrenne mir den Gaumen am heißen Kaffee und schmiede Ausflugspläne.

Zu Hause geht mir beim Anstreichen der verwitterten Balkondielen die Holzschutzlasur aus; als ich neue besorgt habe, ist es zum Weiterarbeiten wieder zu kalt. Gegenüber von meinem Bett richten sich Stapel aus leeren Blumentöpfen und Kisten mit alter Erde auf längeren Aufenthalt ein. Im Flur steht ein schweres Paket mit Humus der Firma “Superworm”, das mir die neuen Nachbarn, die es netterweise entgegengenommen haben, mit spitzen Fingern ausgehändigt haben.

Auch im Wohnzimmer beginnt ein Stapel zu wachsen – Dinge, die ich auf meine kleine, kleine Pilgerreise – aus den gewünschten drei Wochen ist eine geworden, aus der geplanten Wanderschaft in Portugal eine vor der Haustür; nicht so schlimm, der Jakobsweg ist ja eigentlich überall – mitnehmen werde. Ein brandneuer Wanderrucksack steht da, schaukelt erwartungsvoll mit allerlei Schnallen und Riemen und belächelt hochmütig meinen uralten Schlafsack, der fast 30 Liter von den 38, die der Rucksack fassen kann, ausfüllen wird. Neben den Pilgerausweisen die Tüten, in denen ich meine Füße vor der Nässe verregneter Tage schützen will. Pilgerausweise, eine Wanderkarte. Der rechte Wanderschuh kommt vom Weiten zurück, vielleicht macht er mir beim nächsten Probewandern ja endlich keine Blasen mehr.

Mit dem Zehnjährigen klicke ich mich am Abend durch Hörbeispiele zu Gembri, Kürbisgeige, Sitar, Steeldrum und allerlei anderen Instrumenten aus der weiten Welt, die er für seinen Musiktest kennen muss. “Yesterday”, gespielt von einem Balalaika-Orchester, oh, diese Melodie musst du kennen, das hören wir noch schnell, dann ist Schluss, viel zu spät.

Der Sechsjährige beginnt seinen Schwimmkurs, der Trainer im Neoprenanzug sieht aus wie Superman persönlich, die Kinder haben Spaß. Als wir hinterher nach Hause kommen, hat der Zehnjährige schon Abendessen gemacht, sogar mit dem völlig falschen Messer Scheiben und Stücke vom Brot abgeschnitten. Mir wird nachträglich flau im Magen, und ich schärfe ihm ein, wo die Heftpflaster liegen und bei wem er klingeln soll, falls er sich mal richtig schlimm schneidet.

Nach dem Essen gucken wir eine der neuen Folgen von “Rennschwein Rudi Rüssel”. Noch eine, bettelt der Sechsjährige, bittebitte! Hinterher lasse ich mich ohne Meckern duschen, versprochen!

Morgens ist es schon hell, wenn ich aufstehe. Ich stelle meinen Lieblingsradiosender ein und schneide Apelspalten für die Frühstücksdosen der Kinder. Später, in der S-Bahn, ziehe ich “Geht alles garnicht” aus der Tasche, ein Buch, untertitelt mit “Warum wir Liebe, Karriere und Kinder nicht vereinbaren können”, in dem zwei Journalisten vom Alltag überforderter Väter berichten.

Oft, sooo oft bin ich genau so gestresst, müde und erschöpft, wie die beiden es beschreiben. Aber gerade heute, an diesem Tag mit blauem Frühlingshimmel, ist mein Leben gut – so wie es ist.

(Jedenfalls, bis am Nachmittag auf meiner S-Bahn-Linie ein Polizeieinsatz stattfindet und ich verspätet zur Kita komme, bei der ausgerechnet heute der Zehnjährige schon wartet. Jedenfalls bis ich mein Versprechen einlöse, den Kindern Nudeln zu kochen, und aus dem einen oder anderen Grund nach dem Abendessen der Abwasch stehenbleibt. Jedenfalls, bis ich nach zehn am Abend endlich dazu komme, die Schwimmtasche für morgen zu packen und das Sportzeug des Zehnjährigen durchzusehen und den Freunden hinterherzutelefonieren, mit denen wir am Wochenende verabredet sind, so halb. Jedenfalls, bis ich den Elternbrief lese, in dem die Schule Eltern, die beim Frühjahrsputz (Freitag ab 13 Uhr) nicht mitmachen, Desinteresse an der schulischen Laufbahn ihrer Kinder unterstellt. Samstag wird in der Schule auch noch gemalert oder alternativ in der Kita der Garten gestaltet, man bittet um rege Teilnahme. Und schon schlägt alles über mir zusammen. Noch schnell bloggen oder ein paar Pullis fürs Büro bügeln? Noch mit der Besuchsfreundin telefonieren oder endlich mal eine Mail beantworten? Rechtzeitig schlafengehen oder noch die Blumen gießen? Am Wochenende Freunde vernachlässigen oder wieder nicht zum Ausruhen kommen? – Doch, ich verstehe die überforderten Väter, ich habe ihr Buch nicht ohne Grund in der Tasche. Zeit. Ich hätte gerne sooo viel mehr Zeit.)

Ferienfahrt mit Niklas

Unsere Osterferienreise habe ich an einem warmen, sonnigen Wintertag geplant.
Zwei Tage bei Köln – wir können den Dom besuchen und im Siebengebirge wandern, sagte meine Freundin, die Patchworkmama, am Telefon.
Und in Kassel wollten wir danach auch noch Station machen.

Frohgemut machten wir uns auf den Weg – in den Urlaub mit dem meisten und schlechtesten Wetter, den wir je erlebt haben.

Zum Glück setzte der Hagel erst ein, als wir aus der offenen und zugigen Spitze des Turms vom Kölner Dom gerade wieder herausgeklettert waren. Zum Glück wehte der Wind niemanden in den Rhein, als wir dort flache Steine über das Wasser flitscherten. Zum Glück fiel keiner der Bäume neben dem Spielplatz uns auf den Kopf, als wir die Kinder ein paar Minuten toben ließen.

An Wanderungen jeder Art war nicht zu denken. Indoorspielplatz, stattdessen.
Über Nacht kippte der Sturm das Spielhäuschen im kleinen Garten unserer Freunde auf den Zaun zum Nachbarn, stellte den Terassentisch senkrecht an die Wand und traumatisierte nachhaltig das weiße Kaninchen der Kinder.
Während die insgesamt sechs Kinder durchs Haus tobten und innen Chaos und Verwüstung hinterließen, knickte draußen der Sturm Bäume auf die Bahnlinien, auf denen wir doch am nächsten Morgen weiterreisen wollten.

Kassel erreichten wir dann doch. Kaum waren wir angekommen, setzte anhaltender Schneefall ein. Wo ist unser Schlitten, wir wollen rodeln!, jauchzte die Urgroßcousine meiner Söhne. Mama, jammerte der Sechsjährige bei unserem tapferen Versuch, bei Matsch und Schnee in Kassels berühmtem Bergpark wenigsens spazierenzugehen, schon nach wenigen Schritten: Mama, der Weg ist in meinem Schuh drin!

Also Indoorprogramm, auch hier. Der Zehnjährige durfte mit seiner Urgroßcousine im Naturkundemuseum die Dinosaurier füttern (eine tolle Ausstellung!), der magenkranke Sechsjährige derweil bei Verwandten auf dem Sofa einen Genesungsschlaf halten.

Jetzt sind wir zurück.
Über Berlin strahlt die Sonne.

Wir haben in den letzten Tagen sehr, sehr viele Gesellschaftsspiele gespielt. Wir haben eher wenig frische Luft bekommen. Wir haben viele, viele Kilometer mit der Bahn zurückgelegt, die erstaunlich schnell ihre Strecken wieder betriebsbereit hatte und mich mit guter, freundlicher Beratung zu alternativen Verbindungen überrascht hat. Wir haben uns Freunden und Verwandten zugemutet – ohne eigenes Auto, dafür aber mitsamt der Zappeligkeit und Ruppigkeit des Zehnjährigen und mitsamt den absonderlichen Essgewohnheiten des Sechsjärhigen – die wir vorher noch nie besucht haben. Ich habe zwei andere Modelle von Familienleben erlebt, beide weit weg von der klassischen Papa-Mama-Kind-Variante.

Und das war anregend.

Ich komme zurück und möchte sofort ein riesiges Um-die-Ecke-Sofa haben, weil da bei der Patchworkmama immer alle so gern gekuschelt haben. Ich komme zurück und werde von nun an am Wochenende vielleicht öfter mal abends kochen, weil ich erlebt habe, dass es schön ist (und niemanden stört), wenn der Tag nicht von der Zubereitung eines Mittagessens zerhackt wird. Ich komme zurück und nehme mir vor, meine Kinder vieles selbständiger machen zu lassen, weil meine Freundin das tut und es so schafft, trotz der zweitweise vier Kinder in ihrem Haushalt auch selbst manchmal auf ihrem herrlichen Sofa zu sitzen.

Und ich werde technisch aufrüsten. Es ist so weit, tatatata….. Ich komme zurück mit dem Vorsatz, nie wieder ohne eigenes Smartphone Abenteuerreisen zu unternehmen. Nie wieder ohne universelle Informationsmöglichkeiten in der Handtasche irgendwo auf dem Land in einen Sturm zu geraten.

Kunstspaziergang

Es war einmal, im tiefen Wedding, wo die Leute nicht so gerne wohnen mögen und die Nächte kalt und grau und finster sind… Da fand sich – vor vielen Jahren schon – eine freundliche Wohnungsbaugenossenschaft, die Künstlern Räume zum Nebenkostenpreis zur Verfügung stellte.
Und an jedem letzten Freitag im Monat darf man durch das Viertel laufen und ein paar dieser Kunsträume ansehen.

Der geführte Spaziergang beginnt in der “Kegelbahn”, einem gemütlichen Raucherlokal mit echtem Kaminfeuer und Ölbildern und Drucken an der Wand, die mir sofort gut gefallen. Die Künstlerin ist anwesend und erzählt ein wenig von ihrer Arbeit.
Sie ist ganz jung (ich habe sie mir fünfzehn Jahre älter vorgestellt, als ich ihr Gemälde auf dem Ausstellungsflyer gesehen habe, sagt der liebste Freund), die meisten Teilnehmer am Kunstspaziergang sind das auch. Vom Treffpunkt aus ziehen wir jetzt durch die Ateliers und “Projekträume”. Eine russische Malerin hat die Abendstimmung auf der winterlichen Straße Unter den Linden so schön eingefangen, dass ich sicher bin, dass die Rücklichter der Autos und die Lichterketten in den Bäumen leuchten würden, wenn im Atelier das Licht ausginge. Schmälert es meine Bewunderung für ihre Bilder, dass man ihnen ansieht, dass sie zumeist von Fotos abgemalt sind? Ein wenig.
Eine serbische Künstlerin präsentiert Monotypien, ihre Technik bleibt trotz ihrer bereitwilligen Erklärungen in gebrochenem Englisch geheimnisvoll. Der Galerieinhaber lädt breit lächelnd zur Balkan-Party ab Mitternacht ein. Hier ist es, denke ich, das junge, wilde, lebendige, Berlin, ach! Nur müde darf man nicht sein, um es zu erleben, jedenfalls nicht nachts.

Ein anderer Raum zeigt Videoanimationen, die sich künstlerisch mit Molekularbiologie auseinandersetzen. Wir bekommen 3D-Brillen und sehen riesige wabernde Kugeln durch den Raum auf uns zuschweben. Es geht hier auch um String-Theorie, sagt der junge Mann, der das Projekt ein wenig erklärt, darum, wie die Dimensionen ineinandergefaltet sind. Und solange ich ihm zuhöre und mit meiner rot-blauen Brille auf den Bildschirm starre, auf dem ein Liniengitter sich wellt, leuchtet mir das auch ein, eine gefaltete Linie wird flächig, eine gefaltete Fläche wird 3-dimensional, gefalteter Raum wird zur Raumzeit – meinetwegen. Nur wie man einen Punkt falten soll, um eine erste Dimension zu bekommen, versteht mein armes 3D-Hirn nicht.

Draußen, auf der Straße, versuche ich, ein paar Blicke in die Wohnungen zu werfen, an deren Fenstern wir vorübergehen. Da – ein Zimmer mit einem Kronleuchter aus ganz viel funkelndem Kristall-Imitat und mit vielen pastellfarbigen Schmetterlingen an der Wand. Und da – ein ganz kahler Raum, in dem ein Mann still am Fenster sitzt.

Dass die Kunsträume eigentlich auch kleine Wohnungen sind, verleiht ihnen etwas äußerst Gemütliches. Fast überall gibt es eine Küche, steht Essen auf einem Tisch, sitzen Künstler mit ihren Freunden zusammen. Besonders klein ist der Raum, in dem die Performance “Licht trifft Klang” gezeigt werden soll. Gerade hier ist es rappelvoll, der liebste Freund und ich flüchten nach draußen, bevor ich mich – macht es Euch doch bitte gemütlich, das dauert jetzt eine Weile, so lange stehen geht ja nicht – ganz hinten in der Ecke eingequetscht auf eine Decke niederlassen muss. Hinter uns gehen die Jalousien runter, ein paar enttäuschte Performance-Fans kommen zu spät und werden dann doch noch über den Hausflur eingelassen.

Weil wir nicht von außen zusehen können und auch nicht im Nieselregen abwarten wollen, bis Licht und Klang sich kennengelernt haben, schauen wir uns auf eigene Faust noch zwei Gruppenausstellungen an, die auf der heutigen Spaziergangsroute liegen.
Die erste, tief in einem finsteren Hinterhof, übersehen wir fast, weil die Räume so kahl sind und draußen nur “Prayer-Workshop” dransteht (vorne an der Toreinfahrt war ja auch ein Schild der neuapostolischen Kirche, hätte ja sein können – ). Einer der Künstler hat Holzklötzchen schwarz-weiß angestrichen und dann ein Bild von ihnen gemalt, beides zusammen steht da nun. Ein anderer zeigt unter dem Titel “Horror vacui” die Reservierungsbestätigung einer Pension für eine Buchung in 2025. Wieder ein anderer hat sich darauf spezialisiert, gedrechselte Holzstäbe in die Tüllen von Gießkannen oder die Öffnungen von Sonnenschirmständern zu stecken. Diese Ausstellung macht mich ratlos, besteht denn diese Art von Kunst vor allem darin, dass da ein Künstler sich selbst und seine Ideen so ernst nimmt, dass er es schafft, Ausstellungsmacher und -publikum davon zu überzeugen, dass sie tiefe Bedeutung besitzen? Beweisen meine Irritation – und mein Lachen beim Lesen der Buchungsbestätigung – dass die Künster Recht hatten, dass gelungen ist, was sie beabsichtigt haben?

Die letzte Ausstellung zeigt Kunstwerke von vier Frauen. Eine hat Nasen aus schwarzem Glas gemacht und sie zu hohen Stapeln aufgetürmt oder einzeln in Eierbecher drapiert; eine hat verschiedene Objekte in weiß und orange zusammengestellt; gegenüber hängen viele Fotos von einem Rasen, die nach rechts hin immer grüner werden (ist das eine optimistische Aussage, weil unsere kulturelle Lesrichtung von links nach recht verläuft?) – und im hinteren Raum zeigt ein Bildschirm das Bild einer riesigen Clivia.
In diese Ausstellung, sagt der liebste Freund, wäre ich gern gekommen, ohne zu wissen, dass diese Kunstwerke alle von Frauen sind. Ob ich es erraten hätte? In diese Ausstellung, sage ich, würde ich gern in einem (mal eben aus einer Raum-Zeit gefalteten) Paralleluniverum nochmal in der Überzeugung kommen, dass alle diese Kunstwerke von Männern stammen. Und dann vergleichen: Hätte ich sie anders interpretiert?

Mit Bildern, Gedanken und Fragen im Kopf machen wir uns auf den Weg in Richtung Straßenbahn. Vor uns laufen junge Menschen, die Jungs in hautengen Hosen und unförmigen Pelzmänteln, die Mädchen in hautengen Hosen und unförmigen Wolljacken und mit um den Kopf geflochtenen Haaren; ich möchte garnicht fünfzehn Jahre jünger sein, sage ich.

Wir steigen in die Bahn. Ich schließe die Augen und lehne meinen Kopf müde an die Schulter des liebsten Freundes. In dem einen Atelier fängt vielleicht gerade jetzt diese Balkan-Party an, laut und ausschweifend; in dem anderen ist vielleicht gerade jetzt die Klang-trifft-Licht-Performance zu Ende und die beeindruckten Zuschauer schnappen nach frischer Luft; überall hier im Wedding wachsen in den Köpfen von jungen Künstlern und Künstlerinnen gerade jetzt neue Ideen, still und unaufhaltsam wie Haare oder Fingernägel oder Bäume.
Und einige ihrer Kunstwerke könnten zu mir sprechen oder mich anrühren, mich irritieren oder zum Nachdenken bringen, beim nächsten Mal, irgendwann.