Sommersommer

Gegen vier in der Nacht schreit draußen einer laut: „Ich lebe in einem freien Land, ich kann machen, was ich will“ –

weit offen stehen die Fenster zur Straße, der Hannoverliebste schläft tief und fest neben mir.

Gegen Mittag fahren wir ein Stück vom Mauerradweg unter der unbarmherzigen Sonne; ein unbarmherzige Stück Weg an der Autobahn, auf der die Autos Richtung Flughafen rauschen.

Gegen Abend bestellen wir indisches Essen und fahren in den Park. Nur Pappelschösslinge haben auf dem verbrannten Rasen überlebt; Wespen umkreisen uns; ein Stück entfernt feiert eine Großfamilie, wahrscheinlich Einschulung, wie heute überall in der Stadt.

An der Schule des Fündzehnjährigen gibt es den ersten Corona-Fall.

Der Hannoverliebste spielt mit den Jungs Fußball, bis alle erschöpftsind. Später ein paar Runden Tischtennis. Ein paar Selfies auf der Brücke zur Abteiinsel, die vom Partyvolk geflutet wird.

Die Nachtluft riecht so gut, dass ich die heißen Tage dann doch immer wieder mag; wegen dieser paar Minuten auf dem Heimweg von irgendwo, im Dunklen, wenn es kühler wird. Sie fühlen sich so gut nach Sommer an.

Zu Hause alle Fenster weit auf und alle nacheinander unter die Dusche.

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